Die Race Season ist eröffnet – Schönbuch-Trophy 2018

Heute stand mit der Schönbuch Trophy in Herrenberg mein erstes MTB-Rennen der Saison 2018 im Kalender. Nach einem „leckeren“ Frühstück bin ich gut gelaunt aufgebrochen, um meine Centurion Rennfeile (Backfire Carbon Team) ihrer wahren Bestimmung zuzuführen. Mit top Serienausstattung und gepimpt mit ein paar Tune-Teilen ist es sicher das schnellste Mountainbike, auf das ich je eingetreten habe.

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Power Porridge und Rote Bete Turbo Aperitif

Da ich dieses Jahr im Sommer einige längere Distanzen ins Auge gefasst habe, habe ich die Gelegenheit genutzt, ein paar Rennkilometer mehr zu sammeln. Und da in Herrenberg die Kurzdistanz (24km) und Langdistanz (48km) zeitlich so starten, dass man bei zügiger Fahrweise bei beiden Rennen nacheinander an den Start gehen kann, hatte ich mich schon im Vorfeld für beide Varianten angemeldet.

Als wir ankamen war die Straße leider nass und es regnete noch leicht. Bis zum Start der 24km-Runde hatte das Wetter aber ein Einsehen, der Regen war Geschichte und die Straße nur  noch leicht feucht. Die Wege im Wald hatten den Regen größtenteils rückstandsfrei aufgesogen und die Strecke mit hohem Trailanteil war in top Zustand.

Der erste Akt – 24km Kurzdistanz – Platz 3 Overall

Vor mir im Lizenzblock stand eine ganze Horde Junioren und Jugendfahrer, die mit Ertönen des Startschusses alles mobilisierten, was die jungen Beine hergaben. Und mich beschlich unwillkürlich das flaue Gefühl, dass das Wintertraining wohl doch nicht die gewünschte Wirkung hatte, als die junge Meute den ersten Berg ungebremst im Sprintmodus attackierte. Aber nach den ersten 2 Kilometern war alles wieder im Lot und die Jugend musste ihrem ungestümen Enthusiasmus Tribut zollen und sich einer nach dem anderen wieder hinter den vorderen Herren und Mastersfahrern einsortieren 😉

Das Tempo war aber weiter hoch und 3 schnelle Herren hatten sich im Getümmel der Juniorenmeute etwas von mir abgesetzt. Also Zähne zusammenbeißen und mit der nächsten Gruppen versuchen wieder Boden gut zu machen. Doch die Führenden hatten im Winter wohl auch trainiert… so dauerte es fast die komplette erste Hälfte des Rennens, bis ich mich von meiner aktuellen Gruppe absetzen und zum aktuell Drittplatzierten aufschließen konnte. Der hatte in der Zwischenzeit aber auch schon eine Lücke zum Führungsduo reißen lassen. Mit abwechselnder Führungsarbeit und gegenseitiger Windschattenspende konnten wir zwar die nächste Verfolgergruppe immer schön auf Abstand halten, aber leider auch nicht mehr zum vor uns fahrenden Duo aufschließen. Auf den letzten 3 Kilometern kündigten wir unser Zusammenarbeitsbündnis dann auf und eröffneten den Kampf um Platz 3. Keiner wollte wirklich nachgeben, aber auf dem letzten Kilometer konnte ich dann doch eine kleine Lücke reißen, die ich mit letzter Anstrengung auch ins Ziel retten konnte. Meine Freude im Ziel über den Podiumsplatz in der Gesamtwertung war natürlich groß 🙂

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Das spezielle bei der Schönbuchtrophy ist, dass die ersten drei der Gesamtwertung aus den Altersklassenwertungen heraus genommen werden. Sonst hätte ich mit meiner Zeit auch noch den Altersklassensieg in der Masters Wertung mit nach Hause nehmen können.

Doch wie sagt man so schön… nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Und so ging es schnurstracks wieder zurück zum Auto, um das Trikot und die Flaschen wieder mit neuer Verpflegung für den zweiten Akt zu füllen. Die Siegerehrung musste dadurch für mich auch ausfallen, da diese zeitgleich zur Austragung der Langdistanz stattfand.

Der zweite Akt – 48km Langdistanz – du sollst dich nicht überfressen

Nach dem guten Verlauf des ersten Aktes war meine Motivation ungebrochen und ich wollte auch bei der Langdistanz nochmal richtig Gas geben. Also schnell die Startnummer gewechselt und das Rad wieder fit gemacht für die nächste Runde. Um wieder mit vollen Speichern am Start zu stehen, wurde im Auto also in aller Eile ein Recovery Shake, zwei Gels und eine Flasche Iso in den Rachen gekippt. Das war wohl etwas zu viel des Guten für meinen Magen. Bereits am Start einen halbe Stunde später hatte ich einen hübschen Wasser-/Blähbauch vorzuweisen. Allerdings ohne Beschwerden, so dass ich mir eingeredet habe, dass das ganze Zeug im Rennen schon noch den Weg in die Blutbahn finden würde. Der Startschuss ließ nicht lange auf sich warten und die Rangelei um die vorderen Plätze begann von neuem. Doch bevor es in die erste Kurve ging, lag schon ein größeres Knäuel verkeilter Biker mitten auf der Straße. Im Eifer des Gefechts hatten sich wohl einige Verhakt. Mein Glück, dass ich in meiner Position kurz dahinter noch rechtzeitig abbremsen und ausweichen konnte. Im ersten längeren Anstieg wurde wieder das Feld sortiert. Bereits eine Runde in den Beinen lief es nicht mehr ganz so spritzig, ich konnte aber trotzdem in eine der vorderen Gruppen fahren und mich dort festbeißen. Doch je länger wir unterwegs waren, umso deutlicher meldete sich mein Magen…und um es noch schlimmer zu machen verschob sich das Problem zusehends eine Etage tiefer in den Darm… Die Details erspare ich euch – bei ca. Kilometer 20 hatte der Spaß auf jeden Fall endgültig ein Loch und ich musste äußerst kurzfristig einen unplanmäßigen Notstopp hinter ein paar Bäumen einlegen.

Danach war die Motivation gelinde gesagt leicht angeschlagen. Die schnellen Gruppen waren weg und ich war allein auf weiter Flur. Dafür ging es mir körperlich wieder deutlich besser und nach ein paar Metern konnte ich mich doch wieder motivieren den Zug auf die Kette zu erhöhen und zu einer größeren Gruppe vorzufahren. Diese Gruppe blieb dann auch fast die ganze zweite Runde zusammen. Erst am letzten extrem steilen Stich setzten sich 4 Fahrer – einschließlich mir – vom Rest der Gruppe ab und zogen gemeinsam vollends durch bis ins Ziel. Somit konnte ich mir noch den 12. Platz in meiner Altersklasse sichern. Das war zwar doch etwas unter meinen ursprünglichen Erwartungen, aber nach dem Verlauf der ersten Runde trotzdem zufriedenstellend. Zumindest habe ich wieder einiges über Sporternährung gelernt – falls ich mal wieder auf die glorreiche Idee kommen sollte zwei Rennen direkt hintereinander zu fahren 🙂

Zu Hause angekommen habe ich dann schnell die Glut angeheizt und es gab den Lohn der Arbeit…

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Die Eiweißspeicher wieder auffüllen…

 

Strava 24km:

https://www.strava.com/activities/1536742320/embed/503972d5d9b7ea04cb4b3bd634d29acc39a5f4cb

Strava 48km:

https://www.strava.com/activities/1536742710/embed/58675774e7544888bdd513c677b1a825810a106b

Winterzeit ist Trainingszeit

Es ist Winter und (vom Skifahren abgesehen) die Zeit im Jahr, um die Grundlage für die anstehenden Herausforderungen der kommenden Radsaison zu legen. Um mit prallem Terminkalender aus Familie, Job und Hobbies das maximale aus der limitierten Trainingszeit herauszuholen, versuche ich mein Training möglichst effizient zu gestalten. Und da kommt Thorsten Witt von www.witt-training.de ins Spiel. Bei ihm war ich letzte Woche wieder einmal zur Leistungsdiagnostik. Wie immer war die Betreuung top. Thorsten hat sich viel Zeit genommen. So wurden bei der spiroergometrischen Leistungsdiagnostik wieder die idealen Trainingsbereiche bestimmt. Dabei werden Atemgase und Laktatwerte aus dem Blut am Ohrläppchen während der Belastung ausgewertet, um genau zu ermitteln in welchen Leistungsbereichen im Training z.B. Intervalle oder Grundlageneinheiten idealerweise absolviert werden sollen.

Der Test geht bis zur Ausbelastung, wobei die Intensität immer weiter zunimmt. So dass das ganze ziemlich vorhersehbar völlig außer Atem und mit signifikanter Schweißentwicklung endet 😉 In meinem Fall bei über 17mmol/l Laktat. Vielleicht sollte ich mich statt auf die Langstrecken doch eher auf die kurzen Disziplinen konzentrieren…

Im Anschluss habe ich gleich noch mein neues #centurion Race Hardtail beim Bikefitting von ihm anpassen lassen. Konkret wurden der Vorbau getauscht und die Sattelposition und Position des Fußes auf den Pedalen optimiert. Das Material und dessen Einstellung taugen somit schon mal nicht als Ausrede – jetzt muss nur noch der innere Schweinhund beim Training im Winter überwunden werden und die Saison kann kommen 🙂

Trek zum heiligen Lake Brighu (4.270hm)

In den letzten drei Tagen haben mein Vater und ich noch ein besonderes Highlight unserer Indienreise erlebt. Organisiert und begleitet von Sarah Appelt von www.chalo-reisen.de haben wir den Aufstieg von Manali zum heiligen Lake Brighu auf 4270 Metern Höhe in Angriff genommen. Es geschafft zu haben und dieses besondere Erlebnis auch noch mit meinem siebzig jährigen Vater teilen zu können hat mich stolz und glücklich gemacht.

Die Route

Am ersten Tag sind wir die ersten Kilo- und Höhenmeter aus Manali heraus mit dem Geländewagen chauffiert worden.

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Von dort sind wir am ersten Tag auf ca. 3.500 Höhenmeter aufgestiegen und haben die erste Nacht verbracht. Unser einheimischer Bergführer hat ein gemächliches Tempo vorgegeben, so dass alle aus der Gruppe gut mitgekommen sind. Trotzdem ein komisches Gefühl relativ langsam zu gehen und trotzdem aufgrund der Höhe schon außer Atem zu sein. Am zweiten Tag ging es dann in der ersten Tageshälfte weiter bergauf zum eigentlichen Highlight unseres Treks – dem heiligen Lake Brighu auf 4.270 Metern. Ein tolles Gefühl es mit dem eigenen Vater geschafft zu haben.

Danach ging es noch etwas auf der Höhe weiter mit tollen Ausblicken auf die umliegenden Sechstausender bevor wir wieder zur Baumgrenze (die hier auf stark 3.000 Höhenmetern liegt) abgestiegen sind und dort unser Camp für die zweite Nacht aufgeschlagen haben.

Am dritten Tag ging es dann nur noch bergab, was zwar den Puls und die Atmung nicht mehr in die Höhe getrieben hat, aber umso mehr die Knie in Anspruch nahm. Mein Vater Martin hat auch diese Etappe, wie auch die Tage davor, trotz hoher Stufen und rutschiger/gerölliger Passagen ohne jegliche Probleme gemeistert. So sind alle unversehrt am Zielort des Tracks in Vashist angekommen. Dort entspringen heiße Schwefelquellen. Das Wasser war an diesem Tag aber so heiß, dass wir das Bad in den Quellen ausgelassen haben. Von dort ging es die letzten Kilometer mit einem Tuk-Tuk (dreirädrige Autorikscha) zurück zum Startort Manali.

Das Team

Neben Martin und mir waren noch zwei Israelische Frauen und unsere Reiseveranstalterin Sarah Appelt Teil der Wandergruppe. Begleitet und versorgt wurden wir von einer vierköpfigen Crew. Einem Bergführer, zwei Helfern und unserem Horseman. Jeder musste nur sein Tagesgepäck selbst tragen. Die Zelte und die Verpflegung/Austrüstung fürs Camp wurden auf die drei Pferde verteilt.

Die Crew verstand es mit einfachsten Mitteln im Camp ein wahres Festmahl zu zaubern. So gab es gleich bei Ankunft im jeweiligen Camp einen kleinen Snack mit Tee und zum Abendessen ein Mehrgängemenü mit Suppe, Hauptspeiße und Nachtisch. Und auch beim Frühstück war mit Omlette, Rührei, Pfannkuchen, Obstsalat, Müsli und Toast für alles gesorgt, was das Herz begehrt 🙂

 

Die Camps

Die Crew selbst hat die Nächte dann im Küchenzelt verbracht, während wir in kleinen Igluzelten untergebracht waren.

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Die Camps waren immer an einem kleinen Wasserlauf gelegen, so dass genug Wasser zum Kochen oder für eine kleine Katzenwäsche zur Verfügung stand.

Das Wetter

Mit dem Wetter hatten wir wirklich Glück. Es gab zwar immer Mal wieder Wolken, die in einer Nacht auch ein paar Regentropfen abgegeben haben. Aber im Großen und Ganzen hat die Sonne gescheint und wir hatten klare Sichtverhältnisse und konnten die Ausblicke zu den umliegenden Gipfeln genießen. In den Nächten wurde es vor allem in den frühen Morgenstunden mit Temperaturen unter dem Gefrierpunkt empfindlich kalt. So dass wir uns mit Mütze in unsere warmen Schlafsäcke vergraben haben.

Alles in Allem wirklich ein super Erlebnis. Wenn ihr auch einmal einen Trip in Indien plant, dann kann ich euch www.chalo-reisen.de nur wärmstens empfehlen. Jetzt sitzen wir gerade im Nachtbus von Manali nach Delhi, um am heutigen Tag dann den Taj Mahal in Agra zu besichtigen.

MTB Himalaya 2017 – Etappe 7/8 und Finish :-)

Geschafft!! Marcus, mein Vater und ich sind wohlbehalten im Ziel in Dharamshala angekommen und haben es uns nach einer Woche im Zelt die letzte Nacht im Hotel so richtig gut gehen lassen.

Die Quintessenz: geniale Landschaften, top Trails, super Camps, viele neue Freundschaften aus aller Welt und ein hochmotiviertes Organisationsteam haben die Woche zu einem unvergesslichen Erlebnis verschmelzen lassen, das ich jedem fitten Mountainbiker nur wärmstens empfehlen kann.

Bevor wir es aber im Ziel bei der Finisherparty krachen lassen konnten, mussten noch Etappe 7 und 8 überwunden werden.

Etappe 7

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Auf der siebten Etappe führten 89km und über 2.100hm über verblockte Trails und einige Tragepassagen vorbei an einigen der schönsten Aussichten des gesamten Rennens.

Unter anderem sind wir am Startplatz eines weltweit bekannten Paragliding Hotspots vorbeigekommen, von dem aus auch schon Gleitschirm Worldcups gestartet sind.

Bei Marcus und mir lief es jeweils gut und wir konnten die Etappe so richtig genießen.

Das Camp war wieder wunderschön auf dem Sportgelände eines Landwirtschaft-Colleges am Fuße einiger Himalayariesen gelegen.

 

Etappe 8

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Die letzte Etappe war mit nur 56km zwar nicht besonders lang. Da die 1.740hm aber trotzdem untergebracht werden mussten ging es eigentlich nie eben, sondern entweder steil bergauf oder bergab. Vor allem der letzte Anstieg hat auf losem Geröll nochmals richtig Körner gekostet, so dass das Überqueren der letzten Ziellinie nochmals hart erkämpft werden musste. Erst einmal im Ziel angekommen sind natürlich alle Strapazen vergessen und man sonnt sich im Erreichten und einer monströsen Endorphindusche.

 

Nachdem wir uns letzte Nacht im Hotelbett so richtig erholt haben, geht es heute zu einer langen Autofahrt nach Manali von wo mein Vater und ich dann zu einem dreitägigen Treck durch die höheren Regionen des Himalaya aufbrechen werden. Nach all dem Trubel des Rennens freuen wir uns schon auf ein paar ruhigere Tage. Amina (Marcus Freundin) ist gestern auch angereist und die beiden werden auch noch ein paar Tage in den Bergen und Delhi anhängen.

MTB Himalaya 2017 – Etappe 5/6

Etappe 5

Nach der Pannenserie bei Etappe 4 und dem anschließenden Reparaturmarathon war ich zuversichtlich, dass am Rad alles wieder in Ordnung ist und bin voller Elan in die fünfte Etappe gestartet, die über ultraheiße ~90km und ~2.200hm führte und wieder viele fahrtechnische Leckerbissen zu bieten hatte.

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Doch bereits am ersten Berg auf einem sehr groben Erdweg fing die Kette an zwischen den Gängen zu springen und ich konnte während der Fahrt nicht lokalisieren, woher das Problem kommt. Außerdem war der Kettenlauf ungewöhnlich laut. Egal…full speed ahead und ab in die erste schnelle Abfahrt des Tages, die relativ schnell von einem groben Schotterweg in einen Endurotrail überging.

Eine kurze Unachtsamkeit und es war passiert… mein Hinterreifen war auf einer scharfkantigen Steinplatte durchgeschlagen und der Druck im Reifen war dahin. Einige Pumpversuche später wurde mir klar, dass die Dichtmilch im Tubelessreifen den Defekt am Felgenhorn nicht würde abdichten können und ich musste einen Schlauch einziehen. Bei der Montage des Hinterrades im Rahmen zeigte sich das Schaltwerk weiter widerspenstig, aber es war für mich immer noch nicht erkennbar, was das eigentliche Problem war. So zog sich die Reparatur deutlich länger hin als gewöhnlich und mit etlichen Minuten Rückstand habe ich meinen ganzen Frust in die Aufholjagd kanalisiert, bei der ich mich aus dem hinteren Drittel des Feldes wieder in die vorderen Ränge vorarbeiten musste.

Auf einem ruhigeren Teilstück habe ich dann endlich realisiert, dass die Geräusche und das schlechte Schaltverhalten daher rühren, dass die Kette nicht auf dem unteren Schaltröllchen lief, sondern zwischen Schaltwerkskäfig und Schaltrolle. Das Problem ließ sich bei einem kurzen Stopp und mit wenigen Handgriffen beheben. Nur leider nicht dauerhaft. Nach jeder rumpligen Passage (und davon gab es in der Etappe sehr viele) musste wieder Hand angelegt werden. Umso glücklicher war ich, als ich auf dem letzten langen Anstieg des Tages alle direkten Konkurrenten um meinen achten Gesamtrang wieder einholen konnte und schlussendlich auch die Etappe auf Platz 8 beenden konnte. Bei Marcus lief es zum Glück ohne technische Probleme und er konnte mit einem super dritten Platz in der Masterswertung aufs Podium fahren.

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Hans Planckaert (Belgien – Masters Gesamtrang 1), Frederic Ischard (Frankreich – Herren Gesamtrang 9)

Das Camp war an diesem Tag auf dem Kricketfeld der Indischen IIT Eliteuniversität sehr schön gelegen und wir hatten nach einigen Tagen das erste Mal wieder „normale“ Toiletten und Duschen und die Siegerehrung fand in einem Vorlesungssaal statt 🙂

Im Ziel angekommen wurde dann das Schaltwerk einer genaueren Untersuchung unterzogen und festgestellt, dass bei der Aktion vom Vortag wohl doch mehr passiert war und eine Seite des Schaltwerkskäfigs komplett durchgebrochen war.

Zum Glück ist Marco von www.radlrasti.de wieder eingesprungen und hat mir ein gebrauchtes X9 Schaltwerk montiert. Bei der Gelegenheit haben wir auch gleich den defekten Mantel getauscht und wieder auf tubeless zurück gebaut, so dass technisch wirklich wieder alles im Lot war.

Etappe 6

Über Etappe 6 gibt es nicht viel zu sagen. Nach der extrem anstrengenden Etappe vom Vortag war es eine Wohltat, dass die 56km und ~1.500hm zu großen Teilen auf relativ gutem Asphalt zu absolvieren waren, so dass ich mit einem guten 20er Schnitt auch relativ früh im Ziel war. Landschaftlich war es mit super Ausblicken ein echtes Highlight. Das Rad lief zur Abwechslung wie eine eins uns hat mich zuverlässig und wie gewohnt auf Platz 8 im Ziel abgeliefert. Auch Marcus konnte an seine gute Leistung vom Vortag anknüpfen und bei den Masters auf Platz 4 finishen.

Das Camp ist heute wieder wunderschön an einem Fluss mit Fischzuchtbecken gelegen, so dass wir uns bereits auf frischen Fisch beim Abendessen freuen 🙂 Martin und ich haben nach der Erstversorgung im Ziel (Essen, Wäsche waschen, Fahrrad reinigen/warten, Duschen, Massieren lassen), auch noch einen Spaziergang unternommen und die Gegend erkundet. Martin war heute auch sehr früh im Ziel, da die Besuche der Schulen an der Strecke aufgrund eines lokalen Feiertages ausgefallen sind.

Der Veranstalter gibt wirklich immer alles, damit es einem in den Camps an nichts fehlt. Auf dem Bild kann man zum Beispiel im Hintergrund die kleinen grünen Toilettenzelte, das gelbe Waschzelt und im Vordergrund die Dampfstrahler zur Reinigung der Fahrräder sehen:

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Heute Abend werden wir auf jeden Fall früh ins Bett gehen, da morgen mit über 90km wieder eine sehr lange und anstrengende Etappe auf dem Programm steht bei der wir natürlich wieder alles geben 🙂 Und bei Martin stehen im Rahmen von „Mission Smile“ wieder einige Schulbesuche an.

MTB Himalaya 2017 – Etappe 4 Pleiten, Pech und Pannen

Der Tag heute fing beim www.mtbhimalaya.com mit bestem Wetter und einem leckeren Indischen Frühstück mit Tschaitee wieder sehr vielversprechend an. Gut erholt vom gestrigen Ruhetag sind alle Teilnehmer mit Vollgas in den ersten Anstieg der heutigen Etappe gestartet, die mit ca. 80km und 2.000 Höhenmetern zu den eher einfacheren des Events gehört.

An die Höhe haben sich Marcus und ich in der Zwischenzeit auch ganz gut gewöhnt, so dass uns auch der Start auf über 2.200 Metern und der direkt folgende längere Anstieg nichts mehr anhaben konnten.

In der ersten längeren Abfahrt begann für mich aber leider eine Pannenserie, die mich heute noch einiges an Arbeit gekostet hat…

Auf einem rumpligen Karrenweg hat mich unvermittelt etwas am Bein getroffen. Ein kurzer Blick nach unten und es war klar, dass sich gerade meine Minipumpe verabschiedet hatte. Also schnell angehalten, den Berg wieder ein Stück nach oben gerannt und das gute Stück ins Trikot verfrachtet. Der Halter, mit dem sie unter dem Flaschenhalter am Rahmen befestigt war, hat wohl den letzten Tagen gröbstem Himalayagelände Tribut zollen müssen und ist abgebrochen. Wieder beim Fahrrad angekommen musste ich leider feststellen, dass sich auch der Verschluss der Satteltasche geöffnet hatte und Multitool, Ersatzschlauch und Reifenheber das Weite gesucht hatten – wiederauffinden leider zwecklos. Sich jetzt groß ärgern hätte sowieso nichts gebracht. Also schnell wieder aufs Rad und weiter ging der heiße Ritt.

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Einen weiteren Anstieg und eine schnelle Abfahrt später hatte ich mich dann wieder auf einen sehr guten 7. Platz vorgearbeitet und dachte eigentlich, dass es jetzt vollends gut ins Ziel läuft. Aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Details – besser gesagt im Schaltauge… Dieses gab bei einem völlig unspektakulären Schaltvorgang kurz nach der Durchquerung einer Fuhrt plötzlich nach und das Schaltwerk hing nur noch an Kette und Schaltzug unmotiviert vom Rad herunter und wollte seiner eigentlichen Bestimmung nicht mehr nachkommen.

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Da sich mein Multitool ja schon auf der ersten Abfahrt verabschiedet hatte, stand ich der Misere ziemlich hilflos gegenüber. Mit einem funktionierenden Kettennieter hätte ich zumindest die Kette kürzen und das Rad zum Singlespeed umfunktionieren können, aber so war nichts mehr zu machen. Als auch die nächsten 3 Fahrer, die mich am Ort des Malheurs überholten, kein Kettenwerkzeug dabei hatten, habe ich schließlich mit Kabelbindern (die zum Glück noch in der Satteltasche zu finden waren) das Fiasko soweit am Rahmen befestigen können, dass ich zumindest weiterrollen konnte.

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Die letzten 15 Kilometer ins Ziel wurden damit zur echten Zerreißprobe für meine Nerven und meine Waden. Wenn es bergauf ging war laufen bzw. rennen angesagt und auf der Ebene wurde das Rad zum Tretroller. Ein Glück ging es ca. ein Drittel der verbleibenden Kilometer auch bergab, so dass ich den Zeitverlust schlussendlich in Grenzen halten konnte und auf Platz 11 bei den Herren ins Ziel gekommen bin.

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Im Ziel angekommen fing der Stress dann nochmal so richtig an, da die innenverlegte Schalthülle im Eifer des Gefechts so beschädigt wurde, dass diese erneuert werden musste. Da hierfür auch Kurbeln und Tretlager aus und wieder eingebaut werden mussten hat dies auch nochmal sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Vielen Dank an dieser Stelle auch ans Team von www.radlrasti.de, die beim Rennen die Werkstatt betreuen und mich und meinen Vater bei der Reparatur tatkräftig unterstützt haben! Bei Einbruch der Dunkelheit war dann alles wieder in Ordnung gebracht und der morgigen Etappe steht nichts mehr im Wege.

 

Der Geländewagen, in dem mein Vater heute wieder vier Schulen an der Strecke besucht hat, hat die heutige Etappe zu großen Teilen auf der Rennstrecke bezwungen. Eine echte Belastungsprobe für Mensch und Material, die er aber wieder mit Bravour bestanden hat!

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MTB Himalaya 2017 – Etappe 2/3 und Ruhetag

Die zweite Etappe des www.mtbhimalaya.com war ganz nach meinem Geschmack. Es ging deutlich mehr bergab als bergauf 🙂 Und der Veranstalter hat bei den Abfahrten wieder ein wahres Trailfeuerwerk gezündet.

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Am Ende sprang Platz 8 für mich heraus und Marcus konnte seinen 4. Platz in der Masterwertung verteidigen. An einer Stelle ging es 2000 Höhenmeter am Stück Nonstop bergab. Davon sicher auch 10km auf Singletrails vom allerfeinsten. Das Event kann ich jedem, der gerne richtig Mountainbike fährt und die Nächte auch im Zelt übersteht nur wärmstens ans Herz legen.

Das Lager war dieses Mal hinter einer Schule an einem schönen Bergbach gelegen, den wir im Ziel angekommen dann auch gleich zum „Duschen“ verwendet haben.

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Die dritte Etappe war mit 76,5km zwar nicht länger als die vorhergehenden – mit ca. 3000 Höhenmetern aber die Königsetappe bei der auch der 3.100 Höhenmeter hohe Jalori Pass bezwungen werden musste. Ich konnte mich wieder um einen Platz steigern und war mit einem Finish auf Platz 7 super zufrieden. Bei Marcus hat sich leider seine alte Knieverletzung bemerkbar gemacht und er musste einige Plätze einbüßen.

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Die Kombination aus vielen Höhenmetern, steilen Auffahrten und anspruchsvollen Trails im mittleren Teil des Rennens hat einigen Fahrern schwer zu schaffen gemacht. So dass einige erst nach Anbruch der Dunkelheit das Camp erreichten. Zu der Zeit waren Marcus und ich zum Glück schon geduscht, hatten gegessen, unsere Räder gewartet und unsere Radklamotten gewaschen. Langeweile kommt bei einem Etappenrennen ja nie wirklich auf. Da der Etappenort auf über 2200 Höhenmetern lag wurde es am Abend dann ziemlich kühl im Camp. In der Nacht hat die Temperatur auf Werte knapp über dem Gefrierpunkt abgekühlt.

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Da wir am Morgen des 4. Tages dank des anstehenden Ruhetages aber ausschlafen konnten, war es beim Frühstück schon wieder angenehm warm.

Am Ruhetag haben sich Marcus und ich meinem Vater angeschlossen und sind auf „Mission Smile“ gegangen. D.h. wir haben die Schule am Ort besucht und es wurden Hefte mit Infomaterial zu Umweltschutz, Hygiene, Mülltrennung und Radsport verteilt. Vorher sind die Schüler der Schule mit uns im Tross durch den Ort marschiert und haben in Sprechchören die Bewohner dafür sensibilisiert verantwortungsvoll mit ihrem Müll umzugehen und diesen nicht achtlos in die wunderschöne Landschaft des Himalaya zu entsorgen – quasi eine Werbeveranstaltung für die schwäbische Kehrwoche 😉

Im Anschluss daran waren im Hof der Schule noch Ansprachen des Veranstalters und die Schüler haben Tänze aufgeführt.

Die restliche Zeit haben wir uns im Camp unter anderem mit Schachspielen und einem Auftritt einer örtlichen Musik-/Tanzgruppe vertrieben.

 

Nach diesem sehr erholsamen und abwechslungsreichen Tag kann es morgen wieder Vollgas in die 4. Etappe gehen 🙂