Italy Divide – that race gonna be hot…

Morgen früh 10:30Uhr ist es wieder soweit. Ich stehe erneut in Italien an der Startlinie eines Langstreckenevents. Dieses Mal allerdings nicht mit dem Rennrad, sondern das erste Mal seit letztem Jahr wieder auf Stollenreifen auf meinem geliebten Orbea Oiz. Pandemiebedingt wurde der Start des Italy Divide aus dem Frühjahr in den Hochsommer verschoben. Das war bzgl. Pandemieeinschränkungen (nächtliche Ausgangssperren / Reiseeinschränkungen usw.) mit Sicherheit die einzig sinnvolle Option. Für mich und alle anderen Teilnehmer bedeutet es aber, dass das Rennen im wahrsten Sinne des Wortes eine heiße Sache wird. Startort ist Pompei, von wo die Strecke nach kurzem Einrollen nach Neapel gleich über den ca. 1.000hm hohen Vesuv führt. Danach geht es weiter über Reggia di Caserta und Rom in die malerische Toskana zur Strade Bianche, Siena, Florenz und Bologna. Es folgen etliche flache Kilometer durch die Poebene bis nach Verona von wo zu guter Letzt in den Alpenausläufern noch ein Höhenmeterfeuerwerk zum Zielort Torbole am nördlichen Gardasee gezündet wird. Dabei werden etwas mehr als 1.300km garniert mit ca. 22.000 Höhenmetern unter den Rädern hindurchrollen.

Für alle, die mir beim Schwitzen zuschauen möchten, werde ich sicher wieder das ein oder andere Update auf Instagram bzw. Facebook bringen. Evtl. gibt es auch wieder Videos auf meinem YouTube Kanal. Je nach Lust/Laune und Akkustand unterwegs.

Für die Dotwatcher-Fraktion gibt es die Moving Dots unter http://trackleaders.com/italydivide21 oder direkt auf der Eventseite https://www.italydivide.it/

Das Fahrrad vor Ort vorbereitet und mit dem Flieger angereist bin ich bereits am gestrigen Donnerstag. Um die S-Bahn um 05:10Uhr in der frühe zu erwischen, war leider eine kurze Nacht angesagt. Perfekte Einstimmung auf die kurzen Nächte während dem Race 😉

So konnte ich mich am heutigen Freitag bei einer lockeren Vorbelastung schon etwas an den italienischen Verkehr und die hohen Temperaturen gewöhnen und habe auch den ein oder anderen Teilnehmer kennen gelernt. Auch der Magen muss natürlich an die lokalen Spezialitäten adaptiert werden 😉

Heute Nachmittag werde ich jetzt noch etwas die lokalen Kulturschätze bestaunen gehen, bevor die Pizzaparty für alle Teilnehmer startet.

Körperlich fühle ich mich zum Glück wieder einsatzfähig, nachdem mich letzte Woche ein Magendarminfekt oder eine Lebensmittelvergiftung ganz schön Substanz gekostet haben. Da ich sowieso eher der ektomorphe Typ bin, waren die 3kg Gewichtsverlust alles andere als positiv für mein Wohlbefinden und meine Leistungsfähigkeit. On top kam auch noch die zweite Impfdosis, so dass das Training gelinde gesagt etwas gelitten hat. Ich zähle also darauf, dass die Formkurve im Verlauf des Rennens wie bei einem guten Klassementfahrer noch ansteigt 😉 In der Zwischenzeit sind auch die Blasen vom Race Across Italy abgeklungen und die Haut darunter schon wieder belastbar. Und auch der große Zehennagel vom letztjährigen Hope 1000 ist schon fast gänzlich ausgetauscht.

Also beste Voraussetzungen für ein paar unbeschwerte Tage Dolce Vita durch Süditalien vom Feinsten. Drückt mir die Daumen, dass das Rad dieses Mal heil bleibt 😊

Race Across Italy 775 – La dolce vita dell Ultracycling – oder von Bären und Brunnen

Regentag beim Familyurlaub in Finale Ligure. Das perfekte Setting, um in Erinnerungen ans Race Across Italy vor zwei Wochen zu schwelgen und den ein oder anderen Gedanken in meinem digitalen Gedächtnis (aka Blog) zu archivieren.

In meinem letzten Blogpost habe ich bereits etwas über das Rennen, die Strecke, die Anreise und die Vorbereitung geschrieben. Heute soll der Fokus auf den Erlebnissen in Italien vor, während und nach dem Rennen liegen.

Für alle, die es kurz und knackig mögen: super Veranstalter, geniale Landschaft, Finish in Wunschzeit, Tapetenwechsel für die Seele und das alles auch noch garniert mit dem ersten Platz in der Unsupported-Kategorie…. Was will man(n) mehr 🙂

Für alle, die sich ganz im Spirit des Ultracycling etwas länger mit dem Thema beschäftigen möchten, und auch die ein oder andere Challenge auf dem Weg zum Ziel im Geiste nacherleben möchten: einfach weiterlesen. Mein Bericht wird in der klassisch italienischen Gangfolge serviert.

Aperitivo – Die Anreise

Am Mittwochabend ist es soweit. Mein Vater und ich kommen nach einem langen Tag im Auto in Silvi an. Das Hotel liegt wenige Meter entfernt vom Strand und von der Dachterrasse kann man nicht nur das Meer sehen, sondern auch die Seeluft riechen.

Nach langen Monaten, in denen weder Sportevents noch private Urlaube uns weit von zu Hause weggeführt haben, ist der Tapetenwechsel reinster Balsam für die Seele. Vor dem Abendessen geht es also erst einmal zum Spazieren an den Strand und wir saugen die ersten Eindrücke von Italien tief in uns auf. Im Hotel zurück, rundet die typische italienische Gangfolge aus Primi, Secondi und Dolce den Tag ab.

Antipasto – Letzte Vorbereitungen

Der Freitag startet mit einem ausführlichen Frühstück am Hotelbuffet. Da ich weiß, dass es sich um die letzte „normale“ Mahlzeit vor dem Rennen handelt, genieße ich die reichhaltige Mischung aus Prosciutto e Melone, Croissants und diversen italienischen Kuchen ganz besonders.

Danach geht es zum Veranstaltungsgelände, um den obligatorischen COVID-19 Test zu absolvieren, dessen negatives Ergebnis für die kommenden Tage meine „Starterlaubnis“ für das Rennen und für meinen Vater und mich auch die „Eintrittskarte“ zum Start-/Zielbereich sind.

Ab jetzt sind wir Teil der Bubble, die uns z.B. auch auf eine der drei akkreditierten Unterkünfte festgelegt hat.

Zurück im Hotel angekommen, bereite ich ganz in Ruhe mein Equipment für das Rennen vor.

Dafür wird mein ORBEA Orca mit allerhand hochkalorischem von Sponser in flüssiger und pulvriger Form beladen und die Elektronen in den Akkus der diversen elektronischen Bauteile wie Schaltung, Beleuchtung und Wattmesspedale werden analog zu mir nochmal bis zum Anschlag unter Vorspannung gesetzt. Dazu kommen noch diverse Ersatzteile und ein Papierstapel mit Sondergenehmigungen des Veranstalters und des Nationalen Italienischen Olympischen Komitees (CONI) in die Apidura Taschen.

Danach mache ich mich auf den Weg, um das komplett montierte Setup einer letzten Probefahrt zu unterziehen und auch die Beine mit einer kleinen Vorbelastung an ihre Aufgabe für die kommenden Tage zu erinnern.

Ich starte vom Hotel weg und genieße die sommerlichen Temperaturen in kurz/kurz. Doch keine zwei Kilometer später hat der Spaß ein jähes Ende. Es gibt plötzlich einen lauten Knall und mein vorderer Reifen ist beim Einfahren in einen Kreisverkehr von einer Sekunde auf die andere komplett leer.

Ich kann zum Glück ohne Sturz zum Stehen kommen und bin völlig perplex, da ich tubeless fahre und bei einem Reifenplatzer erwartet hätte, dass die Dichtmilch nur so aus dem Reifen spritzt. Aber überhaupt nichts zu sehen. Während ich am Straßenrand stehe und den Mantel nach einem Defekt untersuche, lässt es schon den zweiten Schlag und der Hinterreifen ist auch leer. Unfassbar…das Material von Wolfpack ist eigentlich über jeden Zweifel erhaben, aber haben die Tubeless-Prototypen des Wolfpack Cotton von Wolfgang Arenz evtl. doch noch Kinderkrankheiten? Als ich am Hinterreifen die Dichtmilch an einem Speichennippel austreten sehe, fällt es mir wie Schuppen von den Augen… in grenzdebiler Naivität bin bei der Montage der Mäntel davon ausgegangen, dass die Laufräder am Rennrad bereits für tubeless vorbereitet sind. Ein fataler Irrtum. Durch den heißen Asphalt hat sich der Druck im Reifen wohl nochmals etwas erhöht und das ungeeignete Felgenband hat an den Speichenlöchern aufgegeben. Kurz überlege ich direkt zwei Schläuche einzuziehen. Die Sauerei mit der Dichtmilch und die kurze Entfernung zum Hotel bringen mich aber auf die Idee, einfach zurück zu laufen. Da ich mir dir Plastikschuhplatten an den Rennradschuhen auf den ca. 1,5km nicht auch noch kaputt machen möchte, entschließe ich mich kurzerhand die Schuhe auszuziehen und sockig zurück zu schieben. Wie sich kurz vor dem Hotel herausstellt leider mein zweiter fataler Irrtum, denn die Füße fangen schmerzhaft an zu brennen. Der Asphalt ist mit der Sonne im Zenit so heiß, dass die Haut auf der Fußsohle mir den Spaziergang übelnimmt und sich eine jeweils 5-DM-große Brandblase an den Ballen bildet… ein Traum. Die restlichen paar Meter ziehe ich schnell die Schuhe wieder an. Im Hotel angekommen halte ich meine Füße erst einmal mehrere Minuten unter kaltes Wasser, aber der Schaden ist leider schon angerichtet. Frust pur… ich könnte mir mit Anlauf in den Allerwertesten beißen. So wie die Füße gerade schmerzen, könnte das bereits das Aus noch vor dem Start des Rennens bedeuten. Ich atme ein paar Mal tief durch, trage eine dicke Schicht Bepanthen auf, und baue mein Laufradsetup wieder auf ein klassisches Schlauchsetup mit Schwalbes Aerothan zurück. Die Kenner unter euch werden sich vielleicht schon gefragt haben, warum die Wolfpack Cotton einen Tag vor dem Rennen noch eine schwarze Flanke zur Schau stellen und auf den Rennbildern dann plötzlich wieder Skinwall-Optik zeigen – jetzt wisst ihr Bescheid ;-).

Danach kann ich meine Testfahrt endlich wirklich starten und fahre die ersten Kilometer der Rennstrecke an der Küste entlang ab, um mich noch etwas an die Temperatur zu gewöhnen. Die Fußsohlen brennen sehr unangenehm. Aber da die Füße in den Rennradschuhen keinen Millimeter hin und her rutschen, entsteht zumindest keine weitere Reibung/Verschlimmerung der Blasen. Und der Druckschmerz ist noch im Rahmen des erträglichen. So hoffe ich einfach auf eine Besserung über Nacht, blende die negativen Gedanken zu der vermeidbaren Aktion aus und fokussiere mich wieder auf den Rest der Vorbereitung.

Abendessen und Frühstück kann ich das Dolce Vita im Hotel leider nicht mehr in vollen Zügen genießen, sondern opfere den Genuss zu Lasten einer perfekten Vorbereitung. Während mein Vater nochmals die italienische Küche genießt, sitze ich mit Brei und Flüssignahrung daneben, um den Magendarmtrakt schon einmal in Rennstimmung zu versetzen.

Am Abend geht es früh ins Bett, um noch etwas Schlaf zu bunkern, da meine Rennplanung für die kommende Nacht keine Pausen vorsieht.

Primo Piatto – Das Rennen Phase 1

Freitagmorgen um 09:56Uhr ist es endlich so weit, und ich rolle von der Startrampe des Race Across Italy. Im Startbereich ist auch schon gute Stimmung, da die erste Starterin bereits um 09:00Uhr auf die Strecke geschickt wurde, und nach mir im Zweiminutentakt noch Fahrer bis 11:28Uhr folgen.

Die ersten Kilometer geht es flach auf der Küstenstraße gen Norden und ich mache es mir auf meinen Aerobars bequem. Wie üblich muss ich mich ziemlich bremsen, um dem Rennfieber nicht zu erliegen, und viel zu schnell los zu preschen. Nur ein regelmäßiger Blick auf die Wattanzeige meines Powermeters kann schlimmeres verhindern 😉

Nach ca. 25 Kilometern biegt die Route gen Westen ab und führt dann, nur von kurzen Abfahrten unterbrochen, von Normalnull zum höchsten Punkt der Strecke auf 1.634m.

Das Wetter ist super, die Beine sind noch frisch, die Sicht auf die Berge ist berauschend und ich kann bereits auf der Auffahrt etliche andere Starter*innen einsammeln.

Hier ist auch dieses Video mit kurzen Interviewsequenzen entstanden, in dem ich bei Minute 2:49 zu sehen bin.

Ich bin das erste Mal in dieser Gegend unterwegs und muss schon nach dem ersten Pass uneingeschränkt konstatieren, dass die Abruzzen landschaftlich ein echter Leckerbissen sind, die die Reise auf jeden Fall wert sind. Bewaldete Abschnitte wechseln sich mit kargen Steinfeldern und saftigen Wiesen ab und die schneebedeckten Gipfel geben der Szenerie einen alpinen Touch.

So geht es den Tag über immer wieder auf und ab und unaufhaltsam in Richtung der ersten Timestation, die bei Streckenkilometer 213 in Gioia dei Marsi auf die Starter wartet. Zum Glück sind die Brandblasen an den Ballen nur die ersten drei Stunden zu spüren und werden dann taub, so dass ich dadurch nicht wirklich eingeschränkt bin. Auf den letzten Kilometern vor der Timestation kann ich noch einige weitere Fahrer der Unsupported-Kategorie überholen. Den Überblick über meine aktuelle Position im Feld habe ich zu diesem Zeitpunkt allerdings gänzlich verloren und erst bei der Ankunft an Timestation 1 werde ich vom Veranstalter aufgeklärt, dass ich mich auf die erste Position vorarbeiten konnte. Das motiviert ungemein und ich halte den Stopp so kurz wie möglich, um keine Zeit zu verlieren. Die drei Timestations an der Strecke sind zum einen Kontrollpunkte des Veranstalters, an denen zu langsame Fahrer aus dem Rennen genommen werden können, als auch Verpflegungspunkte für die Fahrer der Unsupported-Kategorie, die wie ich ohne Begleitfahrzeug unterwegs sind. Hierbei kann man entweder auf das Nahrungsangebot des Veranstalters zurückgreifen, oder auf den Inhalt eines Turnbeutels, den man vor dem Start abgeben konnte. Ich entscheide mich für die Turnbeuteloption, da ich so auf meine gewohnten und bewährten Gels und Getränkepulver von Sponser zugreifen kann und meine Vorräte in den Apidura Bikepackingtaschen wieder auffülle. Zwischen den Timestations bin ich mit dieser Taktik nur auf Wassernachschub aus öffentlichen Brunnen angewiesen, da ich die komplette Energiezufuhr über Pulver in den Flaschen bzw. die Gels abdecken kann. Auch wenn das kein kulinarischer Genuss ist, so kann ich damit relativ problemlos die maximal aufnehmbaren 60-80g Kohlenhydrate pro Stunde zuführen. Der darüberhinausgehende Energiebedarf wird aus dem limitierten Muskel- und Leberglykogenspeichern bzw. aus den praktisch unerschöpflichen Fettdepots gedeckt, die im Feuer der Kohlenhydrate verheizt werden. 😉

So geht es gut gestimmt in den Abend und direkt nach der Timestation wieder stramm bergauf zu den nächsten beiden Gipfeln der Route, die bei Kilometer 230 und 253 der Strecke auf ca. 1.400 bzw. 1.500 Meter über Normalnull auf die Fahrer warten.

Secondo Piatto – Das Rennen Phase 2

Eines der Highlights jeder Ultracyclingfahrt sind die Übergänge zwischen Tag und Nacht und vice versa. Auch heute taucht die Abendsonne die einsamen Straßen und umliegenden Gipfel und Bergdörfer in ein bezauberndes Licht, und ich kann die Fahrt trotz der körperlichen Anstrengung wirklich genießen. Das einzige, was mich dann doch etwas verunsichert sind diese Schilder, die regelmäßig neben der Straße auftauchen:

Diese sollen zwar den Bär vor schnellen Autos schützen und nicht den Mensch vor dem Bär. Aber es wird mir, bei dem Gedanken mitten in der Nacht (ohne Auto) auf einen ausgewachsenen Bären zu treffen, doch etwas mulmig.

Ich kann mich erinnern, dass man je nach Bärenart die Flucht ergreifen, oder stehen bleiben soll. Nur zu dumm, dass ich zum einen nicht mehr weiß welche Taktik bei welcher Sorte erfolgsversprechend ist, und zum anderen auch nicht, welcher Bär sich hier in der Gegend heimisch fühlt. Da es sich um ein Rennen handelt, entscheide ich mich intuitiv dafür im Fall der Fälle ein paar Watt mehr aufs Pedal zu bringen. 😉

Die nächsten Stunden passiert nicht viel. Ich spule Kilometer für Kilometer ab und komme irgendwann nach Einbruch der Dunkelheit auch zur zweiten Timestation in Minturno. Eigentlich wollte ich mir hier aus dem abgegebenen Turnbeutel auch noch ein Langarmtrikot schnappen. Doch die aktuellen Temperaturen führen mich zur Einschätzung, dass ich auch mit den mitgeführten Armlingen, Beinlingen und Windweste gut für die restliche Nacht gerüstet bin. Was ich bei meiner Prognose leider außer Acht lasse ist die Tatsache, dass ich mich momentan knapp über Meereshöhe befinde und im Verlauf der Nacht noch Anstiege bis auf knapp 1.300m folgen. In den kommenden Passabfahrten verfluche ich bibbernd meine Entscheidung. Der einzige Vorteil ist, dass ich mich so immer wieder auf den nächsten Anstieg freue…

Eine weitere Herausforderung der Nacht wird die Versorgungslage. Irgendwann sind meine beiden Trinkflaschen wieder aufgebraucht und ich halte die Augen nach Nachschub offen. Doch zum einen herrscht nächtliche Ausgangssperre und Shoppen ist somit keine Option, zum anderen sehe ich in den kommenden Ortschaften nirgends einen Brunnen. Anfangs bin ich noch entspannt, doch irgendwann fange ich sogar an die Deckel der Trinkflaschen abzuschrauben, um auch die letzten Tropfen Flüssigkeit herauszusaugen. Im Gegenzug den Gelkonsum hoch zu regeln ist aus mehreren Gründen keine gute Idee: begrenzte Stückzahl, Kohlenhydratüberdosis, falsches Konzentrationsgefälle im Magen (Osmotischer Druck) sind nur einige der Faktoren, die dagegensprechen. Und so mache ich drei Kreuze, als irgendwann doch endlich ein Brunnen am Wegesrand auftaucht. Eine der gefüllten Flaschen trinke ich gleich wieder halb leer, bevor es frisch beladen weitergeht.

Und auch die Schaltung scheint etwas dehydriert, da immer wieder die Kette auf der Kassette hin und her springt. Eigentlich lässt sich die SRAM eTap AXS superkomfortabel direkt während der Fahrt am Schalthebel feinjustieren. Aber jedes Mal nachdem ich nachjustiert habe, fangen kurz danach die automatischen Gangwechsel wieder von vorne an. Im Dunkel kann ich die Ursache auch bei einem kurzen Stopp nicht lokalisieren, aber da das Problem immer schlimmer wird, nehme ich mir für die Ursachenforschung doch nochmals länger Zeit und bringe dazu auch die eingepackte Stirnlampe zum Einsatz. Wie sich herausstellt eine gute Idee, denn das Problem wird dadurch verursacht, dass die Schraube, die das Schaltwerk mit dem Schaltauge verbindet, locker geworden ist. Also schnell die Schraube eine paar Umdrehungen weiter ins Gewinde gedreht und die Schaltung flutscht wieder wie am ersten Tag. Das bleibt auf der gesamten Strecke zum Glück die einzige technische Herausforderung. Auch das Schlauchsetup mit den Wolfpack Cotton Mänteln läuft trotz streckenweise extrem schlechtem Fahrbahnbelag ohne einen einzigen Platten vom Start bis ins Ziel.

Damit es in der Nacht nicht zu langweilig wird und die Müdigkeit einen packt, hat der Veranstalter aufgrund eines Erdrutsches noch kurzfristig eine Umfahrung als separaten GPS-Track fürs Navi verteilt. Um diese nicht zu verpassen, sollte man also den Kilometerstand gut im Blick behalten, um zum richtigen Zeitpunkt vom Originaltrack auf die Umfahrung zu wechseln. Dass man auch solche Dinge in der Unsupported-Kategorie selbst im Blick behalten muss, macht diese Kategorie zusätzlich zum autarken Equipment- und Verpflegungsmanagement für mich besonders reizvoll. Auch wenn ein Begleitfahrzeug bei einer Bärensichtung unbestreitbare Vorteile hat. 😉

Die schnellsten beiden Fahrer der Supported-Kategorie schließen in der Nacht bzw. im Morgengrauen zu mir auf und ziehen dann auch an mir vorbei. Als ich im ersten Moment in Blickweite den Anschluss halten möchte, merke ich vor allem in den Anstiegen mein zusätzliches Gewicht und lasse sie lieber fahren, um nicht zu überziehen. Außerdem weiß ich zumindest von Rainer Steinberger – dem späteren Sieger – dass er auf absolutem Topniveau unterwegs ist und das Rennen auch in der Vergangenheit in der Supported-Kategorie schon für sich entscheiden konnte.

Dolce – Das Rennen Phase 3 und Finish

So geht es in den Morgen. Das Wetter zeigt sich nochmals von seiner besten Seite und die ersten Sonnenstrahlen bringen neue Lebensgeister und auch paar Grad Celsius in die klamme Muskulatur.

So nutze ich den kurzen Stopp an der dritten und letzten Timestation auch, um eine neue Schicht Sonnencreme aufzutragen und die Beinlinge wieder in der Apidura Saddle Pack zu verstauen. Ab hier sind es jetzt „nur“ noch stark 200km bis ins Ziel, und ich habe meinen Vorsprung auf den Zweitplatzierten in der Zwischenzeit auf 2-3h weiter ausgebaut. Auf der einen Seite ein beruhigendes Gefühl, da damit sogar genug Zeit bleibt, um eine potenziell auftretende größere Panne zu kompensieren. Auf der anderen Seite aber schwierig für die Motivation, da ein veritabler Vorsprung natürlich dazu verleitet etwas den Zug von der Kette zu nehmen. Ein paar Kilometer nach der Timestation kommt passenderweise eine der längsten Abfahrten des Rennens, die einem mit mehr als 1.000 Höhenmetern bergab sowieso Zeit zur Erholung gibt. Motivierend ist auch, dass in der Abfahrt wieder ein Medienfahrzeug des Veranstalters auftaucht und eine schöne Sequenz von mir aufnimmt. Da kommt man sich als Hobbysportler gleich vor wie ein waschechter Vollprofi und es fällt leichter wieder etwas mehr Gummi zu geben. 🙂

Damit es am Ende nicht zu entspannt wird, hat der Veranstalter aber noch zwei längere Anstiege vor die Abfahrt ans Meer gepackt. Und vor allem der vorletzte Anstieg bereitet einen schon einmal hochprozentig auf den Schampus im Ziel vor… Aber irgendwann sind auch diese letzten Prüfungen geschafft. In der zweiten Hälfte des letzten Anstiegs realisiere ich auch, dass eine Chance besteht das Rennen unter 30 Stunden zu finishen, wenn ich wieder voll auf Racemodus schalte. Ich hatte zwar in der Rennvorbereitung mit einer Sub-30h Zeit geliebäugelt, aber an der dritten Timestation aufgrund sinkender Durchschnittsgeschwindigkeit dieses Ziel ad acta gelegt. Zudem war die Strecke durch die Umleitung und den ein oder anderen unfreiwilligen Umweg aufgrund verpasster Abzweigungen auch von ursprünglich 775 avisierten Kilometern auf über 790 Kilometer angewachsen.

Jetzt rückt dieses Ziel wieder in greifbare Nähe und ich bereite mich darauf vor, vor allem auf den letzten 30km am Meer entlang zurück nach Silvi, die Position auf den Aerobars nicht mehr zu verlassen. Da es davor von 1.299m zum Meeresspiegel hinab nochmals richtig lange bergab geht, bleibt für die mentale Vorbereitung auch genug Zeit. Kurz wird es in der Abfahrt nochmals hektisch, als mein Navi ausgerechnet kurz vor einem Kreisverkehr mit mehreren Ausfahrten abstürzt. Ein Problem, dass bei Aufzeichnungen mit mehr als 600km nicht das erste Mal bei mir vorkommt. Da scheinen die Wahoo Produkttests die typischen Anforderungen im Ultracycling offensichtlich nicht abzudecken 😉 Also kurzer Zwangsstopp, um meine Komoot-Backuplösung auf dem Handy zu aktivieren. So fehlen in meiner digitalen Aufzeichnung des RAI ca. 20 Minuten diverse Werte wie Herzfrequenz, Trittfrequenz und Leistung. Aber es gibt sicher schlimmeres. Mit etwas Gefrickel kann ich am Ende die Aufzeichnung trotzdem wieder zu einer Fahrt zusammensetzen. Denn wie wir alle wissen: „If it‘s not on Strava it didn’t happen ;-).“:

Link to Strava Recording of the Race Across Italy

An der Küste angekommen zünde ich den Endspurt und es geht beflügelt vom näher rückenden Ziel nochmal richtig zur Sache. Der ein oder andere Italiener auf Rennradausfahrt wundert sich sicher, warum ein voll bepacktes Rennrad im Bikepackingsetup full speed ahead an ihm vorbeikachelt.

Am Ortsschild von Silvi realisiere ich so richtig, dass es gleich geschafft ist, und eine veritable Gänsehaut überzieht trotz der mediterranen Temperaturen meinen Körper. In Summe hätte es nicht besser laufen können. Platz 1 bei den Unsupported-Startern und eine Traumzeit wird im Ziel mit einem großartigen Empfang gekrönt. Die Crew des Veranstalters empfängt jeden Finisher mit Moderation, Applaus und einer würdigen Zielbühne. Ich bin überglücklich im Ziel zu sein und dem Veranstalter unglaublich dankbar, dass sie das Rennen trotz aller Widrigkeiten der Pandemie durchgeführt haben. Und damit allen Athleten nach langer Abstinenz wieder eine Bühne und Motivation für ihren Sport bieten.

Die Zieleinfahrt und ein kurzes Interview gibt es auch wieder im Video des RAI Mediateams:

Digestivo – Nach dem Rennen ist vor dem Essen

Ich freue mich, den besonderen Moment im Ziel auch mit meinem Vater teilen zu können, der meinen Rennfortschritt verfolgt hat und rechtzeitig zu meinem Zieleinlauf wieder zur Stelle ist. Nachdem meine Rennmaschine im Auto verstaut ist, geht es erst einmal zum nahegelegenen Pizzastand und im Anschluss ins Eiscafé, um die Regeneration professionell mit italienischen Spezialitäten einzuläuten.

Im Hotel angekommen wird das Auffüllen der Energiespeicher nach einer kurzen Dusche dann gleich beim Abendessen fortgesetzt. That’s why we ride. 😉

Ich lasse beim Abendessen das Rennen gemeinsam mit meinem Vater Revue passieren. Besonders erleichtert bin ich, dass sowohl meine Zerrung als auch die Brandblasen an den Füßen auf der langen Distanz keine ernst zu nehmenden Probleme bereitet haben. Nur Schmerzen an der Außenseite des Vorfußes, die ich sonst nicht habe, lassen vermuten, dass ich unbewusst versucht habe die Ballen etwas zu entlasten. Speziellen Dank an dieser Stelle auch nochmals an meinen Vater, der sich vor allem auf der Heimfahrt am Folgetag als riesige Unterstützung erweist und weite Teile der Fahrt am Steuer bestreitet. Vielen Dank auch an alle, die mich über die sozialen Kanäle aus der Ferne angefeuert haben – ihr seid spitze! Und zu guter Letzt natürlich auch ein besonderes Dankeschön an meine Frau und meine zwei Jungs, die es dem Papa erlaubt haben, den ersten „Urlaub“ nach langem Lockdown ohne sie anzutreten. Bevor wir uns am Sonntag um die Mittagszeit allerdings auf den Heimweg machen, findet noch die offizielle Siegerehrung statt. Dass diese stattfinden kann, freut mich besonders, da hier die Gelegenheit besteht sich mit den anderen Finishern des Rennens auszutauschen und gemeinsam das Erreichte zu feiern.

Nach dem Rennen ist bekanntlich vor dem Rennen. Und so kreisen nach einiger Zeit der Erholung das Training und die Gedanken im Sport schon wieder um das nächste Event, bei dem es mich wieder nach Italien ziehen wird. Beim Italy Divide geht es Anfang Juli mit dem MTB von Süd (Pompei) nach Nord (Nördlicher Gardasee) auf etwas rauerem Terrain wieder richtig zur Sache. Ich freue mich, dass ich auch dabei wieder auf Equipment meiner Unterstützer zählen kann. Danke an Witttraining, Orbea, Sponser, Wolfpack Tires, Apidura, Power2Max, Royal Bike Wear und Kask Helmets!

Race Across Italy – let’s get ready – der Start rückt in greifbare Nähe

Ich tippe diese Zeilen auf dem Autobeifahrersitz, während ich mich durch die Schweiz auf dem Weg gen Süden nach Italien befinde. Schweiz, Italien?! In COVID-19 Zeiten? Tatsächlich hat es der Veranstalter des Race Across Italy geschafft, das Event, das auch offizielle Europameisterschaft der World Ultracycling Association der 500-Meilen Kategorie ist, in den italienischen Kalender der Sportevents mit nationaler Bedeutung aufnehmen zu lassen. Das bedeutet konkret, dass die sonst geltende Quarantäne bei Einreise, das Reiseverbot im Land und auch die nächtlich geltende Ausgangssperre für Teilnehmer der Sportveranstaltung und deren Crew, aufgehoben sind. Und so bin ich jetzt nach langer unfreiwilliger Wettkampfabstinenz endlich einmal wieder auf dem Weg zu einer Startlinie 🙂

Da es sich um Ultracycling mit Einzelstart, Windschattenverbot und einem überschaubaren Teilnehmerfeld mit weniger als 80 Startern handelt, und auch das Hygienekonzept absolut überzeugend ist, habe ich auch ein gutes Gefühl mich ins Abenteuer Race Across Italy zu stürzen. Und wie es sich für ein „richtiges Abenteuer“ gehört, haben wir einen Papierstapel mit bürokratischen Ausnahmegenehmigungen, negativen Testergebnissen und Haftungsfreistellungen in diversen Sprachen im Handschuhfach 😉

Wer ist eigentlich wir? Ich starte in der Solo self-supported Kategorie des RAI 775. Während des Rennens ist also keine externe Unterstützung für mich erlaubt. Da ich pandemiebedingt die 1.100km weite Hin- und Rückreise allerdings mit dem Auto statt dem Flieger bewältige, habe ich mir für die Fahrt Verstärkung am Steuer gesucht. Und wer wäre da besser geeignet als mein bereits zweifach geimpfter Vater, der sich dankenswerterweise angeboten hat, sich am Steuer mit mir abzuwechseln.

Die Strecke / Livetracking

Vor Ort erwartet mich ein spannender ca. 775km langer Rundkurs von Silvi (TE) an der Ostküste einmal quer durch Italien zur Westküste und zurück:

Source: https://www.followmychallenge.com/live/rai775

Versüßt wird einem die schöne Landschaft mit ca. 11.000 Höhenmetern, die sich den Startern in Form von einigen größeren und vielen kleinen Anstiegen in den Weg stellen.

Den genauen Streckenverlauf und auch das Live Tracking (Dot Watching) während dem Event könnt ihr unter folgendem Link sehen:

https://www.followmychallenge.com/live/rai775

Ablauf

Nach der langen Anfahrt heute, werde ich am Donnerstag vor Ort noch den obligatorischen COVID-19 Test absolvieren, das Equipment präparieren und mich auf einer letzten lockeren Trainingsrunde akklimatisieren. Am Freitag rolle ich dann um 9:56Uhr von der Startrampe. Da es sich um ein Straßen- und kein MTB-Rennen handelt, sollte ich, wenn unterwegs alles glatt läuft, am Samstagabend im Ziel eintrudeln. Die obligatorische Zielpizza wird mich auf jeden Fall motivieren nicht zu trödeln, um nicht Gefahr zu laufen, dass die Pizzeria im Zielbereich schon geschlossen hat.

Ich freue mich aber natürlich auch wieder über „Anfeuerungsrufe“ von euch aus der Ferne über die Social-Media Kanäle, wenn es bis zur Pizza als alleinige Motivation noch etwas weit ist. 😉

Vorbereitung

Materialseitig darf endlich auch mein Orbea ORCA erstmals Rennluft schnuppern. Ausgestattet mit Wolfpack Pneus, Sponser Verpflegung, Royal Bike Wear Klamotten und einer optimierten Sitzposition von meinem Coach Thorsten Witt (https://witt-training.de/) wird es auf jeden Fall nicht am Equipment  scheitern 😊

Die körperliche Vorbereitung war allerdings die letzten Wochen nochmals richtig spannend. Am 16.4. habe ich beim Aufstehen von einem Tisch saudumm mein linkes Bein am Tischfuß eingefädelt. Die Schmerzen beim Weglaufen, als mein Fuß einfach stehen geblieben ist, hielten sich unmittelbar danach noch im Rahmen. So dass ich eigentlich dachte, dass sich das Problem mit ein oder zwei Tagen humpeln von allein erledigen würde. Als über Nacht die Schmerzen aber massiv wurden, und ich auch liegend keine schmerzfreie Position mehr einnehmen konnte, hat mich die Sorge am nächsten Tag doch zum Arzt getrieben. Die erste Diagnose mit Verdacht auf knöchernen Bandabriss an der linken Hüfte hat mich ziemlich schockiert. Zum Glück gab es nach weiteren Untersuchungen die kommenden Tage (2x Röntgen, 1x MRT) Entwarnung. „Nur“ eine Zerrung an der Verbindung des Rectus Femoris mit dem Becken, die sich entzündet bzw. Flüssigkeit angelagert hatte. Nach ein paar Tagen sind die akuten Schmerzen abgeklungen, was zum einen ein echter Booster für meine Nachtruhe war, und zum anderen auch den Start mit leichter, regenerativer Bewegung auf der Rolle wieder ermöglicht hat. Zum Glück verlief die weitere Heilung im Turbogang und ich konnte bereits am darauffolgenden Wochenende wieder stärker belasten und nach und nach auch die Trainingsintensität wieder hochfahren. Die Zwangspause kam zwar zur Unzeit in der letzten heißen Phase der Vorbereitung, aber ich hoffe inständig, dass ich während dem Rennen keine Probleme mehr bei der langen Belastung bekommen werde. Ob es geklappt hat, wissen wir dann am Samstag – drückt mir die Daumen.

Bike Tour Global Podcast über das Hope 1000 / Race Around Austria

Ende August hatte ich das Vergnügen mit Martin – dem Mensch hinter Bike Tour Global – in seinem Podcast über das Hope 1000 zu sprechen. Auf seiner WebSite findet ihr den Podcast inklusive Links zu allen gängigen Podcast Plattformen:

Seine Zusammenfassung zum Interview:

Diesmal spreche ich mit dem HOPE 1000 Gewinner Jochen Böhringer über seinen wilden Ritt durch die Schweizer Berge, gebrochene Rahmen und echte Trail-Magic in 26 Zoll, seine Fahrt beim Race Around Austria und an was er so denkt, wenn er vor sich hin pedalliert. Aber ich nutze auch die Chance um “Ultra Jo” auch nach seinen Tipps für Training, Ernährung unterwegs und Motivation zu befragen.

Und zum Abschluss sprechen wir noch über eure Fragen an Jochen, die mich via Instagram erreicht haben.
Habt viel Spaß!

BTG WebSite: Martin Moschek

Race Around Austria Challenge unsupported – Let’s get ready to rumble!

COVID-19 bestimmt weiter den Alltag und Breitensportveranstaltungen sind quasi alle abgesagt. Umso heißer bin ich auf eines der ganz wenigen großen Events, das dieses Jahr mit ausgefeiltem Hygienekonzept trotzdem stattfindet. Das Race Around Austria ist seit über 10 Jahren eine Institution des Ultracyclings in Europa – und die Langstrecke (mit 2.200km) steht schon lange auf meiner Bucketlist.

Das dafür notwendige Betreuerteam, zwei Begleitfahrzeuge und die ganze Logistik drum herum zu organisieren, war mir aber mit all den Corona-induzierten Ungewissheiten doch zu aufwendig. Insofern war ich umso erfreuter, dass es dieses Jahr auch eine unsupported-Variante auf der „Kurzstrecke“ – die sogenannten Challenge – gibt.

Und so werde ich morgen um 15:21Uhr in St. Georgen im Attergau von der Startrampe rollen, um die 560km und 6.500 Höhenmeter unter die Slicks zu nehmen. Wenn die Wettervorhersage recht behält wird es auf jeden Fall ein heißer Ritt 🙂

Alle Details zum Rennen gibt es unter https://www.racearoundaustria.at/ inklusive einer Liveübertragung der Veranstaltung. Also zappt mal rein.

Und für alle Dotwatcher das obligatorische GPS-Livetracking unter folgendem Link. Dort unter „Bewerb“ im Dropdown einfach die „Challenge“ auswählen.

https://race.perfect-tracking.com/race/raa2020/live

Besonders freut es mich, dass Teamchef Thorsten Witt himself sich bereit erklärt hat, mich nach Österreich zu begleiten. Und so sind wir mit Teamfahrzeug und bestens gelaunt momentan auf der Anreise nach Österreich.

 

Da ich in der „unsupported“ Kategorie starte, darf er mich zwar während dem Rennen nicht mit Verpflegung oder anderweitiger Betreuung unterstützen, aber er wird sicher Fotos und das ein oder andere Update während dem Race auf der Teamseite teilen:

https://www.facebook.com/team.witttraining

Die Anfahrt verbringe ich so auch völlig entspannt auf dem Beifahrersitz und kann mich diesen Zeilen widmen 🙂

So fällt auch das Carboloading mit leichtverdaulichem Powerporridge besonders leicht. Um den Magen perfekt auf das Event vorzubereiten, gibt es ab jetzt sowieso nur noch flüssige Seniorenkost vom allerfeinsten.

Morgen früh geht es dann noch zur Einschreibung und zur technischen Kontrolle des Bikes. Dabei wird vor allem überprüft, ob alle notwendigen Reflektorstreifen ordnungsgemäß angebracht sind. Das Bike wird in der Nacht auf jeden Fall leuchten wie ein Weihnachtsbaum.

Drückt mir die Daumen, dass alles gut läuft. Ich bin auf jeden Fall top motiviert, habe richtig Lust auf das Rennen und freue mich schon auf die Competition! Und auch ein Wiedersehen mit dem ein oder anderen positiv Verrückten, den ich von anderen Langstreckenevents kenne. Let’s get ready for rumble.

Broom Wagon Podcast – Interview with Stefano about the Hope 1000

After the Hope 1000 I had the pleasure to talk to Stefano about my experience participating in that great event. He invited me into his bicycle Podcast Broom Wagon and the episode was just published recently. You can listen to it in your favorite PodCast player. Thanks Stefano for the nice chat with you!

Just some links to it on Apple, Spotify or the Website:

Apple:

https://podcasts.apple.com/de/podcast/broom-wagon/id1294015561?i=1000486372919

Spotify:

https://open.spotify.com/episode/3JFwBVI8nVVavPCHNphBIv?si=f9Ka7vFDSe66ONspar9YwA

Spreaker WebSite:

https://www.spreaker.com/user/listencalamaro/jochen-boehringer-hope1000

Presse – bike Magazin – Mit Schlafentzug im Streckenrekord zum Sieg

Lisa Gärtitz am 29.07.2020: Erneut konnte Jochen Böhringer den Ultra-MTB-Marathon Hope 1000 für sich entscheiden und gleichzeitig einen neuen Streckenrekord aufstellen. Im Interview hat er BIKE von seinem Abenteuer berichtet.

Cool, dass das Bike-Magazin ein Interview mit mir auf ihrer Startseite featured:

https://www.bike-magazin.de/hintergruende/interviews/hope-1000-jochen-boehringer-gewinnt-ultra-mtb-mrathon/a44594.html

 

dotwacher.cc: Five Minutes with Jochen Böhringer

The Hope 1000 was the first race off the back of the global Coronavirus pandemic. As countries began to relax restrictions, ultra-distance racing came to life again. After his win and new course record, we managed to spend a few minutes with Jochen Böhringer to chat to him about his journey across the Swiss Alps.

https://www.dotwatcher.cc/feature/five-minutes-with-jochen-boehringer

Presse – Vaihinger Kreiszeitung 01.07.2020 – Nur gut zwei Stunden Schlaf in drei Nächten

Jochen Böhringer vom Team Wittraining gewinnt die Hope 1000, einen Ultra-Mountainbike-Marathon von Romanshorn nach Montreux in neuer Rekordzeit von drei Tagen, 17 Stunden und 30 Minuten. Müdigkeit ist dabei die größte Herausforderung für Körper und Geist.

Den Artikel gibt es auch online: https://www.vkz.de/sport/sonstige/nur-gut-zwei-stunden-schlaf-in-drei-naechten/