Navad 1000 – Flashbacks / Hope 1000 – ich komme!

Kurz bevor die Presse verkündet, dass die Grenze in die Schweiz voraussichtlich Mitte Juni wieder für den Tourismus öffnet, erreicht mich die Nachricht, dass das Navad 1000 stattfindet. Der Startschuss ist für den 20. Juni geplant – also perfektes Timing 😉 Das letztjährige Navad 1000 war sicher eines meiner größten sportlichen Abenteuer bisher, und so nimmt langsam (oder vielleicht auch eher schnell) der Gedanke Gestalt an, es dieses Jahr noch einmal in Angriff zu nehmen. Das Event heißt jetzt Hope 1000 – wie passend 🙂 Denn ich hatte nach den ganzen COVID-19-bedingten Absagen schon jede Hoffnung aufgegeben, in den nächsten Monaten überhaupt ein Rennen fahren zu können.

Im Rahmen der Vorbereitung werfe ich auch einen Blick in meine Bilder vom letzten Jahr und stelle fest, dass ich nach dem Event überhaupt keinen Bericht geschrieben habe. Vor allem wohl deshalb, weil ich während dem Rennen bereits immer wieder ausführlich live in meinem ultra-jo YouTube Channel vom Rennen berichtet habe. Einen Bericht möchte ich an dieser Stelle gar nicht nachholen, aber euch trotzdem an meinem Navad-Flashback mit ein paar kommentierten Bildern teilhaben lassen. Meine Vorfreude aufs Hope 1000 ist beim Stöbern in den Bildern und den wieder wachgerufenen Erinnerungen ans letzte Jahr auf jeden Fall förmlich explodiert – Hope 1000 – ich komme!

Ein paar Hintergrundinfos zu meiner Teilnahme letztes Jahr, gibt es auch in meinem Artikel vor dem Start: Navad 1000 – endlich geht es los 🙂

Vor dem Start

Tag 1 – 15.06.2019

img_2748

https://www.strava.com/activities/2452983262

YouTube Race-Vlog des Tages:

Navad 1000 – Tag 1 – the race is on

Tag 2 – 16.06.2019

img_2749

https://www.strava.com/activities/2456228109

YouTube Race-Vlogs des Tages:

Navad 1000 – Tag 2 – early bird

Navad 1000 – Tag 2 – final Countdown zum Depot

 

Tag 3 – 17.06.2019

img_2750img_2753

https://www.strava.com/activities/2469138827

https://www.strava.com/activities/2458927948

YouTube Race-Vlogs des Tages:

Navad 1000 – Tag 3 – Urlaub at its best 🙂

Navad 1000 – Tag 3 – Pleiten, Pech und Pannen

 

Tag 4 – 18.06.2019

img_2754

https://www.strava.com/activities/2461485391

YouTube Race-Vlogs des Tages:

Navad 1000 – Tag 4 – es wird richtig hart

Navad 1000 – Tag 4 – es geht mal wieder aufwärts

 

Tag 5 – 19.06.2019

img_2755

https://www.strava.com/activities/2463343650

YouTube Race-Vlogs des Tages:

Navad 1000 – Tag 5 – ich kann Freddie schon hören 😉

Navad 1000 – Tag 5 – Hello Freddie

 

Recovery nach dem Finish

Und wenn ihr nach den Bildern noch nicht genug habt, dann gibt es im PodCast mit Daniel von Coffee & Chainrings noch etwas für die Ohren:

Interview im Coffee & Chainrings Podcast

Oder im Zeitungsartikel der Bietigheimer Zeitung noch einen kleinen Bericht in Wort und Schrift:

Presse – Bietigheimer Zeitung 27.06.2019 – Tammer gewinnt Navad 1000

Interview im Coffee & Chainrings Podcast

Ich hatte am vergangenen Dienstag das Vergnügen einen Einblick in meine Erfahrungen beim Navad 1000 mit Daniel im Coffe & Chainrings Podcast zu teilen. Die Folge ist nun online und unter folgendem Link zu finden:

Navad1000 – 1000km nonstop über die Alpen mit Jochen Böhringer

Oder z.B. im Appleuniversum hier:

https://podcasts.apple.com/de/podcast/coffee-chainrings-mountainbike-und-rennrad-podcast/id1332788553#episodeGuid=podlove-2019-07-04t12%3A43%3A24%2B00%3A00-6aaaf0a2f682381

Vielen Dank Daniel für die Einladung in euren Podcast 🙂

 

Presse – Bietigheimer Zeitung 27.06.2019 – Tammer gewinnt Navad 1000

Radsport – Der 40-jährige Jochen Böhringer absolvierte die 1000 Kilometer lange Strecke durch die Schweizer Alpen als schnellster von 73 Startern. Die letzten Teilnehmer sind immer noch unterwegs.[…]

Den Artikel gibt es auch online unter: Link – Südwest Presse

Artikel_Bietigheimer_Zeitung_27.06.2019

Presse – Ludwigsburger Kreiszeitung 25.06.2019 – Ein Sieg nach vier Tagen

Extremsportler Jochen Böhringer aus Tamm hat beim Navad 1000, einem Mountainbike-Ultracycling-Rennen über 1000 Kilometer durch die Schweizer Alpen, den ersten Platz erreicht.[…]

Artikel_Bietigheimer_Zeitung

Navad 1000 – endlich geht es los :-)

Monate der Vorbereitung sind am Samstagfrüh um 06:00Uhr endlich Geschichte und das Navad 1000 (http://www.navad1000.ch) beginnt für mich in Romanshorn am Bodensee. 1.000km und ca. 30.000 Höhenmeter erwarten mich, wenn es kreuz und quer durch die Schweizer Alpen nach Montreux am Genfer See geht.

Wer mich bei diesem Abenteuer verfolgen will, ist herzlich eingeladen. Ich freue mich wie immer über aufmunternde Kommentare auf den Social-Media-Kanälen. Hier die wichtigsten Links:

Seite des Veranstalters: http://www.navad1000.ch

Dot Watching / Live Tracking: http://www.navad1000.ch/LIVE/Tracking_by_Trackleaders

Live Updates auf meinem YouTube Channel (am besten gleich abonnieren): https://www.youtube.com/c/ultrajo

img_8985
Streckenführung – © Karte von GPS Visualizer

Gefahren wird das Navad self-supported. Der Veranstalter bringt es in wenigen Sätzen auf den Punkt:

Das Navad-1000 ist eine „Bikepacking-Tour“.

Es gelten die üblichen Richtlinien und Ehrenkodexe der Bikepacking-Bewegung.

Die Regeln für das Navad-1000 sind ganz einfach. Es geht um Spass, um ein tolles Erlebnis, um die Ehre und um Fairplay. Falls Du die 1000 km nicht ohne fremde Hilfe schaffst, bleibst Du besser zu Hause.

Wenn ihr euch einen Eindruck von der Strecke und den Herausforderungen machen möchtet, dann kann ich das Video von Lael Wilcox (schnellste Frau und zweitschnellste Finishzeit überhaupt) wärmstens ans Herz gelegt:

https://www.youtube.com/watch?v=f4g1gRIEFs8

Für mich ist das Navad 1000 eine ganz neue Erfahrung, da ich erstmals bei einem Ultracycling Event die Dauer von 2 Tagen definitiv und deutlich überschreiten werde, und somit nicht ohne „längere“ Schlafpausen auskommen kann. Der Streckenrekord aus dem letzten Jahr liegt bei 4 Tagen 4 Stunden und 51 Minuten – und das vom sehr schnellen und erfahrenen Tschechen Stěpán Stránský.

Meine Zielsetzung für die kommende Tage in absteigender Priorität:

  • Gesund bleiben (ohne dauerhafte Schäden – gefühllose Finger für ein paar Wochen, dicke Knie und ein wunder Hintern sind in Ordnung und zu erwarten 😉 )
  • Die Strecke / Landschaft genießen (hoffentlich spielt das Wetter mit)
  • Das Ziel erreichen (klingt banal – ist aber keine Selbstverständlichkeit)
  • Das Ziel innerhalb von 5 Tagen erreichen (eine riesen Challenge – aber das sollen Ziele ja sein)

Ich bin mit der Familie bereits am Donnerstag zu einem Campingplatz in der Nähe von Romanshorn angereist. So bleiben noch anderthalb Tage um runter zu kommen und mich mental auf die anstehende Herausforderung vorzubereiten. Nachdem wir die letzten Wochenenden immer unterwegs waren, und unter der Woche auch im Büro keine Langeweile aufkam, dringend nötig – rückblickend betrachtet war das volle Programm in letzter Zeit zwar genial aber wohl auch knapp an der Grenze dazu den Bogen zu überspannen…

Hier am Bodensee angekommen bin ich aber super motiviert das große Abenteuer Navad zu rocken. Ich freue mich auf die Begegnung mit anderen positiv Verrückten, die schöne Strecke, viele neue Erfahrungen und fiebere jetzt dem Start entgegen. Heute Morgen vor dem Frühstück bin ich die ersten Kilometer der Navadstrecke zur Einstimmung bereits locker abgefahren – der Bodensee ist im Sonnenaufgang einfach ein Traum.

 

Vielen Dank an dieser Stelle auch noch an ein paar Freunde, die mich mit Equipmentleihgaben versorgt haben: Roman Baltes (Spot GEN3 Tracker und Lupine Akkus), Mario Ebeling (Lupine Ersatzlampe fürs Depot) und Daniel Lambertz (Lupine Akkus). Der größte Dank gebührt aber meiner Frau Sandra, die die nächsten Tage Familienurlaub alleine mit den Kids bestreiten muss, und mich erst in Montreux wieder zu Gesicht bekommt.

img_8953

Kette  rechts 🙂

Hero MTB Himalaya 2017 – bald geht es endlich los :-)

Das Tapering läuft, in dem die letzten kleinen Trainingseinheiten dafür sorgen, dass die Fitness erhalten und der Körper trotzdem möglichst erholt an den Start gehen kann. Denn in wenigen Tagen ist es soweit und mein zweites großes Saisonhighlight steht mit dem Hero MTB Himalaya 2017 vor der Tür http://www.mtbhimalaya.com.

Großartige Landschaften / Quelle: http://www.mtbhimalaya.com
Quelle: http://www.mtbhimalaya.com

Doch das Hero MTB Himalaya ist viel mehr als ein MTB Etappenrennen für mich. Es ist ein Abenteuer abseits der ausgetretenen Pfade im Norden Indiens, bei dem Bikefans aus Indien und der ganzen Welt nicht nur um Platzierungen kämpfen, sondern auch eine intensive gemeinsame Zeit beim gemeinsamen Leben in den Camps am jeweiligen Ziel der 8 Etappen verbringen.

Camp – source of picture: http://www.mtbhimalaya.com

Ganz besonders freue ich mich darauf, dass mich auch mein Vater begleitet und von Etappenort zu Etappenort mitreist. Im Ziel angekommen, werden wir den Urlaub noch mit einer gemeinsamen mehrtägige Wandererung zum heiligen See Brighu (auf 4.300m Höhe) und zu guter letzt einem Besuch des Taj Mahals abrunden. Diesen Teil hat uns Sarah von http://www.chalo-reisen.de perfekt geplant. Zeit/Muße und Internetverbindung vorausgesetzt, werde ich hier im Blog ein kleines Tagebuch über unsere Erlebnisse schreiben.

Am Dienstag geht der Flieger und das Abenteuer nimmt seinen Lauf – die Vorfreude wächst 🙂

Race Across Germany 2017 – Bericht meiner Begleitcrew

Ein Bericht zum Race Across Germany aus Sicht meiner Begleitcrew, die auch alle zum ersten Mal an einem Ultra Cycling Event teilgenommen haben, und deren Einsatz ich gar nicht hoch genug würdigen kann:

Andreas:

Wir hatten ja keine Ahnung auf was wir uns da eingelassen haben. Blauäugig wie wir waren dachten wir das werden zwei ziemlich langweilige Tage die wir da hinter Jochen her rollen. Vor allem Uta unsere Physiotherapeutin hatte sich auf viel Langeweile eingestellt, schließlich muss Jochen während dem Rennen sicher nur 2-4 Mal massiert werden. Aber es kam alles anders…

Der Morgen von Jochens Start verlief noch recht ruhig – wir hatten 30 Minuten am Startplatz um Jochen vorzubereiten – an unsere Vorbereitung hat dabei niemand gedacht. Der erste Stress für uns begann also direkt nach dem Startschuss – Jochen war längst hinter der ersten Kurve verschwunden und keiner wusste wie man das GPS dazu bringt den Streckenverlauf anzuzeigen oder darauf zu navigieren. Sämtliche Navigationsanweisungen waren ständig nur: “Macht einen U-Turn und fahrt zurück (zum Startpunkt?)”. Geistesgegenwärtig haben wir das Ersatz-Fahrrad-GPS angeworfen und waren von dem Zeitpunkt an wieder sicher auf dem richtigen Weg zu sein. Nur als nach 15 Minuten immer noch keine Spur von Jochen zu sehen war kamen wieder Zweifel – er kann doch nicht soooo schnell sein, oder doch? Er war so schnell…

Von da an verging die Zeit wie im Flug, Jochen hat stündlich etwas zu essen und zu trinken bekommen – je nach Verkehrslage und Straßenverlauf hat sich die Übergabe durchs Beifahrerfenster während der Fahrt auch mal über 10 Minuten hingezogen. Unserem Zeitgefühl konnten wir dabei nicht trauen – häufig war die Reaktion eher: “Schon wieder?” Uta hat neben der Fahrstilberatung und Optimierung die Dokumentation der zugeführten Kalorien, Pausen und Zwischenzeiten übernommen.

Das Laden der Geräte war definitiv eine Herausforderung. Im Nachhinein hätten wir uns farbkodierte Kabel (nach Steckertyp) gewünscht und eine Box für die zu ladenden Geräte. Der komplette Fußraum zwischen Fahrer und Beifahrersitz lag voll mit Geräten und es war nie klar ob gerade ein passendes Kabel frei ist oder der Ladevorgang eventuell unterbrochen wurde da das Kabel rausgerutscht ist. Immerhin war Jochen am zweiten Tag geistesgegenwärtig genug uns mittags daran zu erinnern, dass seine Lampe für die Nacht noch geladen werden muss – wir hätten den Lampenakku sonst vergessen.

Ein persönliches Low-Light war definitiv als ich übermüdet in der zweiten Nacht am Steuer des Wohnwagens hinter Jochen den Berg mit etwa 60 km/h hinunterfuhr und realisierte: Wenn er jetzt stürzt habe ich keine Chance rechtzeitig zu bremsen – ich würde ihn überfahren. Und Matze der gerade hinten im Wohnwagen in der Küche neue Fahrradflaschen füllt wird quer durch den Wohnwagen geschleudert – und die im hinteren Bett schlafende Uta bekommt dabei auch mehr als ein paar blaue Flecke ab. Was tun? Mehr Abstand halten? Mehr Abstand halten bedeutet aber auch, dass Jochen nicht mehr vom Fernlicht des Wohnwagens profitieren könnte und dementsprechend den Zustand der Straße eventuell nicht richtig einschätzen kann.

Ich hatte es mir zum Ziel gemacht Jochens Facebook Profil regelmäßig zu aktualisieren, was nicht immer so einfach war, da wir größtenteils Abseits großer Straßen und Städte unterwegs waren und wir häufig nur das mobile Steinzeit Internet (EDGE) nutzen konnten. Das Feedback seiner Freunde auf die Beiträge hat uns im Auto aber die Zeit vertrieben und Jochen definitiv motiviert – dank Sprechfunk haben wir ihn immer sofort über die neuesten Kommentare informieren können. Man war plötzlich nicht mehr alleine unterwegs, sondern alle seine Freunde waren bei uns. Dank Konferenzschaltung haben wir auch den einen oder anderen direkt telefonisch mit Jochen verbunden.

Die Verpflegung im Begleitfahrzeug: Wir hatten ja leider kein Begleitfahrzeug welches uns regelmäßig mit Essen versorgt hat, daher war ursprünglich der Plan, dass wir mit dem Wohnmobil irgendwo anhalten und uns etwas zu essen kochen. Wir haben das am ersten Tag probiert – ein schnelles Essen: lauwarme Maultaschen mit Ei. Wir haben über eine Stunde benötigt um Jochen wieder einzuholen – das heißt wir haben Jochen knappe 2 Stunden alleine gelassen – eine schlechte Situation für Jochen, da während der Zeit auch noch das Wetter umgeschlagen ist und er eigentlich eine Regenjacke benötigt hätte. Am zweiten Tag gab es morgens ein kurzes Müsli und ein schnell geschmiertes Brötchen – nachmittags haben wir irgendwann realisiert, dass wir ja eigentlich etwas essen sollten – ein weiteres Brötchen und ein paar Kekse waren dann alles für den Tag. Kaffee gab es auch keinen mehr, da Wasser so lange braucht zum Kochen. Beheizbare Kaffee-Thermoskannen wären eine super Idee gewesen.

Das Thema Schlaf: Welcher Schlaf? Wenn ich eins gelernt habe am Wochenende dann wie effektiv 15 Minuten Schlaf sein können – auch wenn man selber der Meinung ist man hat keine Sekunde geschlafen. Da wir jederzeit Fahrer und Beifahrer benötigt haben konnte immer nur einer Schlafen – rein rechnerisch standen also jedem knappe 3 Stunden Schlaf pro Nacht zu – und dies in einem fahrenden Wohnmobil. Das Einschlafen war eine echte Herausforderung, mein Gleichgewichtssinn hat ständig gemeldet: “Du fällst nach links, jetzt nach rechts, ne doch links…” und das Kopfkino hat sich überlegt was wohl bei einem Unfall mit mir passiert – nach zwei Stunden bin ich frustriert wieder aufgestanden – gefühlt ohne tatsächlich geschlafen zu haben. In der zweiten Nacht habe ich mich an die Wohnmobilwand gelehnt und das fallende Gefühl wurde besser, aber auch diesmal bin ich von selber wieder aufgewacht – lange bevor mein eigentliches Schlafkontingent erfüllt war.

Was für ein tolles Team wir waren und wie gut doch alles funktioniert hat, habe ich erst im Ziel realisiert als der Veranstalter mich ausgefragt hat wie die Stimmung von Jochen während der Fahrt war und ob es Zoff gab. Er erzählte mir das deswegen schon Teilnehmer abgebrochen haben oder Begleitfahrzeuge ihren Dienst eingestellt haben und der Fahrer aufgeben musste. Wir hatten ungelogen kein böses Wort während der ganzen Fahrt.

Ergänzung Matthias:

Als Jochen das erste Mal von seiner Idee berichtet hat, das RAG mitzufahren, war mir klar dass ich ihn dabei unterstützen muss. Dass es so ein stressiges langes Wochenende wird war mir nicht klar! Ich hatte sogar eine Zeitung im Gepäck um auftretende Langeweile zu bekämpfen – im Nachhinein eine wirklich lächerliche Annahme.

Wir drei im Begleitfahrzeug hatten wirklich immer gute Laune und haben uns gut ergänzt. Andy hat mit seinen Bildern und Facebook Posts einen wichtigen Beitrag zu Jochens Erfolg geleistet. Es hat mich regelmäßig überwältigt wie viel Anteilnahme und Support von der Facebook Gemeinde kam!

Mit Uta gab es unglaubliche Unterhaltungen und je müder wir wurden desto lustiger wurde es. Ihr hat es Jochen zu verdanken, dass er es so lange so gut auf dem Rad ausgehalten hat.

Jochen war ein guter Fahrer, ich habe mir im Vorfeld schon oft überlegt wie es sein wird wenn es nicht läuft, aber es lief gut und Jochen war zu jeder Zeit bereit seine Flüssignahrung aufzunehmen und Utas Anweisungen zu befolgen.

Nach der ersten längeren Pause musste ich Jochen mehrmals erklären, dass er nicht letzter ist, er war fest der Meinung während der Pause von allen überholt worden zu sein und der langsamste zu sein…irgendwann hat er es dann endlich eingesehen, dass er gut dabei ist und die anderen auch mal eine Pause machen, er will halt immer recht haben 😉

Am zweiten Tag habe ich Jochen ein paar Kilometer auf meinem Rad begleitet, wie gerne hätte ich ihm bei dem unglaublichen Gegen- und Seitenwind Windschatten gegeben, aber das war ja nicht erlaubt! Es hat mich fast zerrissen, ich hätte ihm so gerne mehr geholfen!

Das absolute Low-light waren manche Autofahrer die uns trotz Kennzeichnung auf dem Wohnmobil schimpfend und hupend überholt haben. Manche haben so leichtsinnig und unverschämt überholt, dass wir Jochen die letzten 20h nicht mehr vom Hinterrad weichen wollten. So konnten wir wenigstens verhindern, dass ihn jemand in den Graben fährt.

Die letzten Kilometer waren eine Qual für Jochen und es hat auch uns gequält das anzusehen, aber wir wollten alle nach Garmisch! Die Einfahrt dort war überwältigend, wir standen alle voll unter Strom und es war toll dass Jochen es innerhalb seiner Wunschzeit geschafft hat!

Zu sehen wie schlecht es ihm nach dem Zieleinlauf ging, war nicht schön, aber nach ein paar Stunden Schlaf sah er schon wieder besser aus.

Wir haben alle viel Zeit und Kraft in dieses Rennen investiert, Montags hat es sich so angefühlt, als hätte ich all meine Energie und Kraft an Jochen abgegeben – ich war total erledigt, aber trotzdem glücklich Jochen bei diesem Wahnsinn gut ins Ziel gebracht zu haben.