Die Race Season ist eröffnet – Schönbuch-Trophy 2018

Heute stand mit der Schönbuch Trophy in Herrenberg mein erstes MTB-Rennen der Saison 2018 im Kalender. Nach einem „leckeren“ Frühstück bin ich gut gelaunt aufgebrochen, um meine Centurion Rennfeile (Backfire Carbon Team) ihrer wahren Bestimmung zuzuführen. Mit top Serienausstattung und gepimpt mit ein paar Tune-Teilen ist es sicher das schnellste Mountainbike, auf das ich je eingetreten habe.

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Power Porridge und Rote Bete Turbo Aperitif

Da ich dieses Jahr im Sommer einige längere Distanzen ins Auge gefasst habe, habe ich die Gelegenheit genutzt, ein paar Rennkilometer mehr zu sammeln. Und da in Herrenberg die Kurzdistanz (24km) und Langdistanz (48km) zeitlich so starten, dass man bei zügiger Fahrweise bei beiden Rennen nacheinander an den Start gehen kann, hatte ich mich schon im Vorfeld für beide Varianten angemeldet.

Als wir ankamen war die Straße leider nass und es regnete noch leicht. Bis zum Start der 24km-Runde hatte das Wetter aber ein Einsehen, der Regen war Geschichte und die Straße nur  noch leicht feucht. Die Wege im Wald hatten den Regen größtenteils rückstandsfrei aufgesogen und die Strecke mit hohem Trailanteil war in top Zustand.

Der erste Akt – 24km Kurzdistanz – Platz 3 Overall

Vor mir im Lizenzblock stand eine ganze Horde Junioren und Jugendfahrer, die mit Ertönen des Startschusses alles mobilisierten, was die jungen Beine hergaben. Und mich beschlich unwillkürlich das flaue Gefühl, dass das Wintertraining wohl doch nicht die gewünschte Wirkung hatte, als die junge Meute den ersten Berg ungebremst im Sprintmodus attackierte. Aber nach den ersten 2 Kilometern war alles wieder im Lot und die Jugend musste ihrem ungestümen Enthusiasmus Tribut zollen und sich einer nach dem anderen wieder hinter den vorderen Herren und Mastersfahrern einsortieren 😉

Das Tempo war aber weiter hoch und 3 schnelle Herren hatten sich im Getümmel der Juniorenmeute etwas von mir abgesetzt. Also Zähne zusammenbeißen und mit der nächsten Gruppen versuchen wieder Boden gut zu machen. Doch die Führenden hatten im Winter wohl auch trainiert… so dauerte es fast die komplette erste Hälfte des Rennens, bis ich mich von meiner aktuellen Gruppe absetzen und zum aktuell Drittplatzierten aufschließen konnte. Der hatte in der Zwischenzeit aber auch schon eine Lücke zum Führungsduo reißen lassen. Mit abwechselnder Führungsarbeit und gegenseitiger Windschattenspende konnten wir zwar die nächste Verfolgergruppe immer schön auf Abstand halten, aber leider auch nicht mehr zum vor uns fahrenden Duo aufschließen. Auf den letzten 3 Kilometern kündigten wir unser Zusammenarbeitsbündnis dann auf und eröffneten den Kampf um Platz 3. Keiner wollte wirklich nachgeben, aber auf dem letzten Kilometer konnte ich dann doch eine kleine Lücke reißen, die ich mit letzter Anstrengung auch ins Ziel retten konnte. Meine Freude im Ziel über den Podiumsplatz in der Gesamtwertung war natürlich groß 🙂

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Das spezielle bei der Schönbuchtrophy ist, dass die ersten drei der Gesamtwertung aus den Altersklassenwertungen heraus genommen werden. Sonst hätte ich mit meiner Zeit auch noch den Altersklassensieg in der Masters Wertung mit nach Hause nehmen können.

Doch wie sagt man so schön… nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Und so ging es schnurstracks wieder zurück zum Auto, um das Trikot und die Flaschen wieder mit neuer Verpflegung für den zweiten Akt zu füllen. Die Siegerehrung musste dadurch für mich auch ausfallen, da diese zeitgleich zur Austragung der Langdistanz stattfand.

Der zweite Akt – 48km Langdistanz – du sollst dich nicht überfressen

Nach dem guten Verlauf des ersten Aktes war meine Motivation ungebrochen und ich wollte auch bei der Langdistanz nochmal richtig Gas geben. Also schnell die Startnummer gewechselt und das Rad wieder fit gemacht für die nächste Runde. Um wieder mit vollen Speichern am Start zu stehen, wurde im Auto also in aller Eile ein Recovery Shake, zwei Gels und eine Flasche Iso in den Rachen gekippt. Das war wohl etwas zu viel des Guten für meinen Magen. Bereits am Start einen halbe Stunde später hatte ich einen hübschen Wasser-/Blähbauch vorzuweisen. Allerdings ohne Beschwerden, so dass ich mir eingeredet habe, dass das ganze Zeug im Rennen schon noch den Weg in die Blutbahn finden würde. Der Startschuss ließ nicht lange auf sich warten und die Rangelei um die vorderen Plätze begann von neuem. Doch bevor es in die erste Kurve ging, lag schon ein größeres Knäuel verkeilter Biker mitten auf der Straße. Im Eifer des Gefechts hatten sich wohl einige Verhakt. Mein Glück, dass ich in meiner Position kurz dahinter noch rechtzeitig abbremsen und ausweichen konnte. Im ersten längeren Anstieg wurde wieder das Feld sortiert. Bereits eine Runde in den Beinen lief es nicht mehr ganz so spritzig, ich konnte aber trotzdem in eine der vorderen Gruppen fahren und mich dort festbeißen. Doch je länger wir unterwegs waren, umso deutlicher meldete sich mein Magen…und um es noch schlimmer zu machen verschob sich das Problem zusehends eine Etage tiefer in den Darm… Die Details erspare ich euch – bei ca. Kilometer 20 hatte der Spaß auf jeden Fall endgültig ein Loch und ich musste äußerst kurzfristig einen unplanmäßigen Notstopp hinter ein paar Bäumen einlegen.

Danach war die Motivation gelinde gesagt leicht angeschlagen. Die schnellen Gruppen waren weg und ich war allein auf weiter Flur. Dafür ging es mir körperlich wieder deutlich besser und nach ein paar Metern konnte ich mich doch wieder motivieren den Zug auf die Kette zu erhöhen und zu einer größeren Gruppe vorzufahren. Diese Gruppe blieb dann auch fast die ganze zweite Runde zusammen. Erst am letzten extrem steilen Stich setzten sich 4 Fahrer – einschließlich mir – vom Rest der Gruppe ab und zogen gemeinsam vollends durch bis ins Ziel. Somit konnte ich mir noch den 12. Platz in meiner Altersklasse sichern. Das war zwar doch etwas unter meinen ursprünglichen Erwartungen, aber nach dem Verlauf der ersten Runde trotzdem zufriedenstellend. Zumindest habe ich wieder einiges über Sporternährung gelernt – falls ich mal wieder auf die glorreiche Idee kommen sollte zwei Rennen direkt hintereinander zu fahren 🙂

Zu Hause angekommen habe ich dann schnell die Glut angeheizt und es gab den Lohn der Arbeit…

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Die Eiweißspeicher wieder auffüllen…

 

Strava 24km:

https://www.strava.com/activities/1536742320/embed/503972d5d9b7ea04cb4b3bd634d29acc39a5f4cb

Strava 48km:

https://www.strava.com/activities/1536742710/embed/58675774e7544888bdd513c677b1a825810a106b

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