MTB Himalaya 2017 – Etappe 4 Pleiten, Pech und Pannen

Der Tag heute fing beim www.mtbhimalaya.com mit bestem Wetter und einem leckeren Indischen Frühstück mit Tschaitee wieder sehr vielversprechend an. Gut erholt vom gestrigen Ruhetag sind alle Teilnehmer mit Vollgas in den ersten Anstieg der heutigen Etappe gestartet, die mit ca. 80km und 2.000 Höhenmetern zu den eher einfacheren des Events gehört.

An die Höhe haben sich Marcus und ich in der Zwischenzeit auch ganz gut gewöhnt, so dass uns auch der Start auf über 2.200 Metern und der direkt folgende längere Anstieg nichts mehr anhaben konnten.

In der ersten längeren Abfahrt begann für mich aber leider eine Pannenserie, die mich heute noch einiges an Arbeit gekostet hat…

Auf einem rumpligen Karrenweg hat mich unvermittelt etwas am Bein getroffen. Ein kurzer Blick nach unten und es war klar, dass sich gerade meine Minipumpe verabschiedet hatte. Also schnell angehalten, den Berg wieder ein Stück nach oben gerannt und das gute Stück ins Trikot verfrachtet. Der Halter, mit dem sie unter dem Flaschenhalter am Rahmen befestigt war, hat wohl den letzten Tagen gröbstem Himalayagelände Tribut zollen müssen und ist abgebrochen. Wieder beim Fahrrad angekommen musste ich leider feststellen, dass sich auch der Verschluss der Satteltasche geöffnet hatte und Multitool, Ersatzschlauch und Reifenheber das Weite gesucht hatten – wiederauffinden leider zwecklos. Sich jetzt groß ärgern hätte sowieso nichts gebracht. Also schnell wieder aufs Rad und weiter ging der heiße Ritt.

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Einen weiteren Anstieg und eine schnelle Abfahrt später hatte ich mich dann wieder auf einen sehr guten 7. Platz vorgearbeitet und dachte eigentlich, dass es jetzt vollends gut ins Ziel läuft. Aber der Teufel steckt ja bekanntlich im Details – besser gesagt im Schaltauge… Dieses gab bei einem völlig unspektakulären Schaltvorgang kurz nach der Durchquerung einer Fuhrt plötzlich nach und das Schaltwerk hing nur noch an Kette und Schaltzug unmotiviert vom Rad herunter und wollte seiner eigentlichen Bestimmung nicht mehr nachkommen.

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Da sich mein Multitool ja schon auf der ersten Abfahrt verabschiedet hatte, stand ich der Misere ziemlich hilflos gegenüber. Mit einem funktionierenden Kettennieter hätte ich zumindest die Kette kürzen und das Rad zum Singlespeed umfunktionieren können, aber so war nichts mehr zu machen. Als auch die nächsten 3 Fahrer, die mich am Ort des Malheurs überholten, kein Kettenwerkzeug dabei hatten, habe ich schließlich mit Kabelbindern (die zum Glück noch in der Satteltasche zu finden waren) das Fiasko soweit am Rahmen befestigen können, dass ich zumindest weiterrollen konnte.

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Die letzten 15 Kilometer ins Ziel wurden damit zur echten Zerreißprobe für meine Nerven und meine Waden. Wenn es bergauf ging war laufen bzw. rennen angesagt und auf der Ebene wurde das Rad zum Tretroller. Ein Glück ging es ca. ein Drittel der verbleibenden Kilometer auch bergab, so dass ich den Zeitverlust schlussendlich in Grenzen halten konnte und auf Platz 11 bei den Herren ins Ziel gekommen bin.

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Im Ziel angekommen fing der Stress dann nochmal so richtig an, da die innenverlegte Schalthülle im Eifer des Gefechts so beschädigt wurde, dass diese erneuert werden musste. Da hierfür auch Kurbeln und Tretlager aus und wieder eingebaut werden mussten hat dies auch nochmal sehr viel Zeit in Anspruch genommen. Vielen Dank an dieser Stelle auch ans Team von www.radlrasti.de, die beim Rennen die Werkstatt betreuen und mich und meinen Vater bei der Reparatur tatkräftig unterstützt haben! Bei Einbruch der Dunkelheit war dann alles wieder in Ordnung gebracht und der morgigen Etappe steht nichts mehr im Wege.

 

Der Geländewagen, in dem mein Vater heute wieder vier Schulen an der Strecke besucht hat, hat die heutige Etappe zu großen Teilen auf der Rennstrecke bezwungen. Eine echte Belastungsprobe für Mensch und Material, die er aber wieder mit Bravour bestanden hat!

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2 Kommentare zu „MTB Himalaya 2017 – Etappe 4 Pleiten, Pech und Pannen“

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